Das grünhaarige Multitalent

Ein Gespräch mit der Dramaturgin Marion Hirte über das Ethos des Produktionsdramaturgen, ein bedrohter Beruf

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Franz WilleImmer mehr Leute, die sich früher Dramaturg genannt hätten, heißen heute Kuratoren. Ist das ein reines Etikettenphänomen – heute hat sogar der Berliner Zoo einen «Bären-Kurator» –, oder was ist neu an dieser Arbeitsplatzbeschreibung?

Marion HirteSo wie ich das Festivalwesen ver­stehe und damit den neuen Begriff des Kurators, wäre wohl der Unterschied, dass der Kurator dort im Wesentlichen fertige Produktionen einkauft; zumindest ist er in der Regel weniger an der Entstehung der Inszenierungen beteiligt als der klassische Produktionsdramaturg.

Das liegt einerseits an der finanziellen Ausstattung von Festivals, die in den wenigsten Fällen eigenständig produzieren können – zumindest mit anderen Partnern koproduzieren müssen –, und dann kommen die eigentlichen Produktionsdramaturgen oft von anderen Häusern oder sind mit der Gruppe verbandelt, die man einlädt.

FWDas wäre der Kurator als reiner Festivalmacher, der in vielen Fällen aus dem Stadttheaterdramaturgen berufsbiographisch hervorgegangen ist. Beispielsweise Stefanie Carp bei den Wiener Festwochen oder die verstorbene Marie Zimmermann oder auch Matthias Lilienthal vom Berliner HAU; sie alle haben lange Jahre an ...

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Theater heute April 2011
Rubrik: Die Kunst der Kuratoren, Seite 22
von Franz Wille

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