Bamberg: Nobody is perfect

Shakespeare «Hamlet»

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Am Ende singen alle «Fuck all the perfect people», und man weiß nicht so recht, ob man da vielleicht selber gemeint ist oder doch nur das Theater, das sich bemüht, einen klassischen Text halbwegs vernünftig und verständig über die Rampe zu bringen. Einigermaßen perfekt halt und mit mitdenkenden Leuten, die in ihren Rollen noch Charaktere sehen, denen das Erzählen am Herzen liegt.

Fuck them all!

Sebastian Schug nahm sich im Bamberger ETA-Hoffmann-Theater Shakespeares «Hamlet» vor, schnurrte sich eine eigene Kurz- und Kreuz- und Quer-Fassung für zwei Stunden zusammen und zerhackte den Text in sinnfreie Fragmente; Leuchtschrift blinkt («Live Show»); Bildschirme flimmern, Mikrofone baumeln von der Decke.

Was sah er dann? Einen flippigen Aussteiger, (Paul Maximilian Pira) der zwar nicht so recht mitbekommt, was um ihn her geschieht (treibt es nun die Mutter in der Plexiglas-Box – in der auch sonst viel Unverständliches geschieht – mit dem Mörder oder nicht?), dem auch Ophelia eher Banane ist (und einen Teil seines Monologs klaut sie ihm auch noch), der mit seinen Kumpels auf dem Sofa turnt und immer dann seinen blutverschmierten Mund in die Live-Kamera reckt, wenn gerade auf der ...

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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Bernd Noack

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