Lerche im Keller
Zu «Nora» gehört nicht nur das berühmteste Türschlagen der Theatergeschichte, der Bums am Ende, es gehört auch einer der niedlichsten Ausstattungsgegenstände zu Ibsens Stück. Es ist die Hausherrin selbst, das süße Singvögelchen, die Puppenheimbewohnerin. Für die Tür hat der Bühnenbildner Olaf Altmann in Frankfurt eine geniale Lösung gefunden: Im Hintergrund findet sich ein riesiges schwarzes Eisenportal, das beim Schließen das gleiche Geräusch macht wie die riesigen schwarzen Saaltüren im Frankfurter Zuschauerraum.
Für die schnuckelige Nora, die erst am Ende selbständig und widerborstig wird, liegt der Fall komplizierter.
Bettina Hoppes Qualität liegt im Sperrig-Nachdenklichen. Für Nora, bevor sie widerständig wird, muss sie als glatte Fehlbesetzung gelten. Vielleicht würde Frau Linde passen (die hier von Verena Bukal als Wasserleiche gespielt wird). Trotzdem trägt Hoppe – und zwar allein – die gesamte Aufführung. Sie steht an der Rampe festgenagelt, sozusagen am weit geöffneten Eingang des tiefschwarzen Trichters, den Altmanns Bühne bildet (mit der Eisentür am anderen Ende als Abfluss), festgenagelt wie vor kurzem Kathleen Morgeneyer als Schillers Jungfrau bei Thalheimer im ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Chronik: Frankfurt Schauspiel, Seite 51
von Peter Michalzik
Am Schluss von «Dämonen 2014» explodiert noch einmal das Bürogebäude des Ministerpräsidenten im norwegischen Regierungsviertel – jenes Haus, das bei Anders Behring Breiviks Terroranschlag 2011 vollständig zerstört wurde und nur wenige Minuten Fußweg vom Nationalteatret entfernt ist. Die Inszenierung, die im Februar 2014 Premiere hatte, war die erste Produktion auf...
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Schon nach ein paar Minuten rinnt der Schweiß. Auf weißer und schwarzer Haut. Eben noch hat sich Franck Edmond Yao auf dem Boden gewunden, denn auf ihm thronte Hauke Heumann. Nun ist es umgekehrt: Platt liegt der weiße Doppelkinnträger auf dem Bauch und keucht unter dem muskulösen Schwarzen, der lässig in den Knien wippt: «Ich lass doch das Problem nicht...
