Darmstadt: Heimatklänge
Um es klar zu sagen: Auch in Darmstadt sieht man nicht mehr Menschen als anderswo mit schäbigen Klamotten, deren Zittern ihre Getränke-Vorlieben verrät (eine Eigenschaft, von der der Datterich seinen Namen hat). Ich habe auch in Darmstadt noch nie gehört, dass jemand die einschlägigen Datterich-Sätze sagt: «Trinke Se, da komme Se uf annern Gedanke.» Oder, ganz zentral: «Ich wahß net, ich hab heit schon de ganze Daag so en vasteckte Dorscht.
»
Aber es gibt Menschen, die ernsthaft behaupten, dass es nirgendwo in Deutschland ein Lokal-Stück gäbe, das so eng mit seinem Ort verknüpft ist und ihn so sehr prägt wie «Der Datterich» von Ernst Elias Niebergall, Zeitgenosse Büchners, beide aus Darmstadt stammend, auch in Gießen in der gleichen Studentenverbindung. Niebergall vor Büchner, zumindest in Darmstadt. Büchner gehört der allgemeine Nachruhm, in Darmstadt aber ist Niebergalls «Datterich» die große Nummer: der Trinker und Schwadroneur ist der beliebteste Sohn der Stadt. Sympathisch, eigentlich. Gleichzeitig aber treiben die Gralshüter des Datterichtums ihr bierernstes Unwesen.
Ganz am Rande gibt auch ein paar ernsthafte Geister, Ernst Bloch, Georg Hensel, Alfred Kerr, die den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2015
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Peter Michalzik
könnte ich ihnen sagen, was es bedeutet, dann bestünde kein anlass, es zu tanzen
isadora duncan
die welt ist alles, was der unfall ist.
ludwig wittgenstein
denn die gestalt der welt zerfällt.
paulus
Personen
beate
jayne
rolf
der fernfahrer
pausen
/ ein schlag
// zwei schlag
/// drei schlag
§1 der fernfahrerprolog
fernfahrer mit...
Nichts ist langweiliger als das, was man kann. Gegen derartige Ernüchterung hilft ab und an eine selbstverordnete Irritation, wie es für Schauspieler durchaus der Verzicht auf Sprache sein kann. Eine entschlossene Einzelkämpferin wie Sandra Hüller wagt sich auch schon mal in ungespurtes Terrain, begleitet nur von einer künstlerischen Komplizin, die noch einmal fünf...
Die Theaterzeitschrift
im 56. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Krämer
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709 Berlin,
Telefon 030/25 44 95...
