Aus dem Ohrensessel um die Welt
Er kann eigentlich ganz anders sein, und es scheint, als käme er auch gar nicht mehr so selten dazu. Gewiss, «die Angst des Schauspielers vor der Bühne», wie Michael Wittenborn sagt, ist weiterhin da. «Wenn ich nicht die Freiheit hätte, wegzulaufen, dann würde ich da nicht rausgehen.» Nichts größer als sein Wunsch, die abendliche Vorstellung möge, durch welche Umstände auch immer, Krankheit oder kollektive Krisen, abgesagt werden, um so das individuelle Wohlbefinden zu sichern.
Hemmnisse und Neurosen gibt’s auch noch, und man kann sich ihn schon gut vorstellen als Figur aus einem «Rabbit»-Roman des John Updike. Neurotiker seien, so Sigmund Freud, «von Natur aus unbotmäßig». Ein Satz, der das bundesrepublikanische Nachkriegs-, Wiederaufbau- und Wohlstandskind aus Bielefeld in seinem nonkonformen Wesen umfassend charakterisiert.
Aber man muss Michael Wittenborn wohl einen glücklichen Menschen nennen. Jedenfalls tut er es selbst. Und nach einem Besuch bei ihm zu Hause, der Frau und Kind mit einschließt, lässt sich das nur bestätigen. Köln, wo es sehr kölsch, also in sich widersprüchlich und damit Michael Wittenborn entsprechend ist und sowieso dem Wahlspruch «Leben und leben lassen» ...
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Zeit: 27. Oktober 2008, der Montag nach der Premiere
Ort: Die Feuilleton-Titelseiten
Stimmen:
MODERATOR
Matthias HEINE («Endlich mal wieder Strumpfhosen», Die Welt)
Ralf-Carl LANGHALS («Wunder gibt es immer wieder», Mannheimer Morgen)
Peter MICHALZIK («Best of Germany», Frankfurter Rundschau)
Roland MÜLLER («Demut, dein Name ist Schmidt», Stuttgarter Zeitung)
Christopher...
Franz Wille (am Telefon) Hallo Frau Syha, ich habe diese Nummer von Ihrem Theaterverlag, wo sind Sie denn jetzt gerade?
Ulrike Syha In der Casa Baldi, 60 Kilometer von Rom entfernt, sozusagen in der Außenstelle der Villa Massimo.
Fw Dort verleben Sie gerade ein Arbeitsstipendium und schreiben an einem neuen Stück?
Syha Da verbringe ich die Tage und schreibe an einem...
Zurzeit ist es schwierig, jemanden aus der New Yorker Theaterwelt ans Telefon zu bekommen. Seit zwei Monaten redet die Stadt über nichts anderes als den Zusammenbruch der Wall Street, den globalen Finanz-Meltdown, steigende Arbeitslosenzahlen und die anstehende Kreditkartenkrise. Erst seit der Wahlnacht ist die Stimmung besser, und die Obama-Euphorie möchte man...
