Parkour der Missverständnisse
Einer springt. Karim, der Palästinenser aus der ummauerten Stadt Qalqilya, aus der es keinen Weg gab ins nahegelegene Tel Aviv, ans Meer. In dieser Festung lernte er Parkour, eine Sportart, in der man sich in den Weg stellende Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden versucht: ein Sport, eine akrobatische Fortbewegung, die nicht im Wettstreit praktiziert wird, erklärt Wikipedia.
Jetzt ist Karim in Berlin und stellt sich die Frage: «Will I do the real parcour now? The one you see on Youtube? And not the Qalqilya-parcour of running on buildings, escaping soldiers and bullets? Am I free in Berlin?»
Bin ich frei in Berlin? Das ist eine der vielen Fragen, die in Yael Ronens neuester Kontrahentenzusammenführung «The Situation» gestellt wird. The Situation – das ist die vage Bezeichnung, in der im Nahen Osten Palästinenser wie Israelis die Komplexitäten ihres jahrzehntealten Konflikts umschreiben. Jeder für sich, denn die Kontakte zwischen den arabischen Palästinensern, den palästinensischen und israelischen Israelis, ganz zu schweigen von den arabischen Nachbarn Israels sind äußerst rar.
Waren äußerst rar. Denn seit einiger Zeit ...
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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Aufführungen/Festivals, Seite 30
von Barbara Burckhardt
Yorgos Loukos sieht eine Spur angestrengter aus als im vorigen Jahr. Aber er ist immer noch Optimist, und er möchte lieber von Künstlern schwärmen, die er liebt, als über Schwierigkeiten und Kapitalkontrollen reden, die er nicht ändern kann. Und außerdem: Es muss weitergehen. Diesen Satz hört man in Athen in diesem Sommer sehr oft.
Ich treffe ihn am Morgen des 1....
Nicht verjährt. Im November 2014 lief in den Kinos Giulio Ricciarellis «Im Labyrinth des Schweigens» an, der sich als deutscher Kandidat für die Vorauswahl der «Oscar»-Nominierungen qualifizieren konnte (s. TH 11.2014). Jetzt rückt ein zweiter Film nach, der ebenfalls den hessischen Generalstaatsanwalt der jungen Bundesrepublik, Fritz Bauer, zum Helden bestimmt....
Der erste Raum, das erste Bühnenbild von Bert, in dem ich arbeiten durfte, war eine vollständige Blockhütte. Das war im Jahr 2000 im Prater der Volksbühne. Wir haben sie später mit auf Reisen genommen, und zwar während der von Bert erfundenen Rollenden Road Schau. Ich hab eine Menge Zeit in dieser Blockhütte verbracht und eben nicht nur bei Theaterproben. In...
