Mehr Snack als Mahlzeit
Bis dass der Tod euch scheidet. Es ist jener Moment, der aus Gemeinschaft Einsamkeit macht. Aus dem Zusammenleben ein Singledasein. Aus Eheleuten Verwitwete. Sechs Frauen, die das erlebt haben, sitzen in Stuttgart auf rotgepolsterten Stühlen, neben ihnen jeweils ein Schauspieler. Knapp über 50 ist die jüngste, fast 80 die älteste der Witwen.
Aus Interviews mit ihnen haben Armin Petras und seine Schauspieler kleine Geschichten destilliert, die diese stellvertretend in Monologen preisgeben.
Einer der Stühle bleibt leer, es waren mal sieben Witwen am Projekt beteiligt, kurzfristig hat sich eine zurückgezogen. Davon berichtet die ihr zugeordnete Schauspielerin in Schnappatmung, während sie um den Stuhlkreis joggt. Es ist an diesem Abend, der seine Produktionsbedingungen nicht verschweigt, eine Form, um von den Schwierigkeiten des Annäherns zu erzählen – man rennt immer hinterher.
Rimini light im Stuttgarter «Nord»
Dafür gibt es kein Witwenschütteln, um effektreich Emotionen in Szenen zu gießen, sondern sensibel erzählte Erinnerungen, etwa von lang zurückliegenden Urlaubsreisen oder Krankheitserfahrungen. Es geht ums Kennenlernen, um Eigenarten, Zuneigung, Sex und Verlust. Und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Kristin Becker
Das Stück «Drei sind wir» von Wolfram Höll aus der aktuellen Ausgabe ist im Browser nicht darstellbar. Abonnenten, die das Stück digital lesen möchten, schicken bitte eine E-Mail an: kontakt@der-theaterverlag.de. Wir senden Ihnen dann das Stück als PDF-Dokument zu.
Wenn der Regisseur Kriegenburg und der Bühnenbildner Kriegenburg auf Franz Kafka treffen, darf man auf eine kreative Kollision hoffen. Die kam jedenfalls 2008 an den Münchner Kammerspielen zustande, als Andreas Kriegenburg Kafkas «Prozess» radikal in die Vertikale setzte, ein Bühnenbild, um 90 Grad gekippt, in dem der verachtfachte Joseph K. sich durch sein...
Elfriede Jelineks Stück «Die Schutzbefohlenen» ist noch keine drei Jahre «alt». Was ist geschehen seither? Allein 2015 ertranken mehr als 3.000 Flüchtlinge im Mittelmeer; europäische Politiker verhandelten in endlosen Sitzungen über das Schicksal von fliehenden Menschen, als wären sie Stückgut, das es zu verfrachten oder zurückzuschicken gilt; und vor ein paar...
