«Jetzt muss ich auch was tun!»
Es sei durchaus die etwas altmodische Galanterie, die es in dem und um den ganzen Betrieb trotz allem immer noch gebe: «... da halten die Männer den Frauen noch die Türen auf», sagt Miriam Wagner, wenn man sie fragt, was das Theater für sie so anziehend mache. Und wie aufs Stichwort stellt die Kellnerin in der kleinen spanischen Kneipe in der Erlanger Altstadt ein Glas Wein auf den Tisch: Das sei von den Herren dort an der Theke.
Da lümmeln tatsächlich zwei schmucke Exemplare und können die Augen nicht von der blonden jungen Frau lassen, die gerade noch von aus der Mode gekommener Etikette schwärmte: «Auf die Kunst», säuseln sie herüber, und der Beobachter fühlt sich in eine verstaubte Zeit versetzt, in der die Bewunderer es noch verstanden, der Künstlerin den Hof zu machen.
Miriam Wagner wirkt etwas verlegen. Nein, das passiere ihr nicht gerade oft hier in der Stadt, in der sie seit zwei Jahren engagiert ist. Eher das Gegenteil: Vor kurzem habe sie sich erst mit einer wildfremden Frau in einem Café über das Stück «Tatarenschlacht» unterhalten: «Die hatte das zwar gesehen, aber nach einer halben Stunde immer noch nicht gespannt, dass ich da selber mitspiele.» Andererseits rufen ...
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