Chronik des Feuers
Am Anfang war das Feuer. Die Idee. Ein Waldbrand. Was geschieht, wenn Menschen mit archaischen Zuständen konfrontiert werden? Unvermittelt. Ungeschützt. Schon in ihrem Stück «Monsun» hat Anja Hilling am Ende die Fotografin Melanie in Vietnam einem ununterbrochenen Regen ausgesetzt, der alle Reste der Zivilisation fortspült und sie damit auf sich selbst zurückwirft. In ihrem neuen Stück «Schwarzes Tier Traurigkeit», das sie für das Schauspiel Hannover schrieb, treibt sie diesen Gedanken weiter und setzt sieben Menschen einer apokalyptisch anmutenden und auswegslosen Situation aus.
Erbarmungslos. Schockierend. Gleichzeitig berührend.
Es ist ein heißer Sommer. Wochenlang hat es nicht geregnet. Sechs Großstädter und ein Baby machen sich mit einem VW-Bus auf den Weg in die Natur. In den Wald, wo sie feiern, trinken, grillen, reden wollen. Von diesen vier Männern und zwei Frauen zwischen dreißig und Mitte vierzig mit kreativen Berufen, die wie die 31-jährige Autorin in Berlin leben könnten, «könnte man sagen, sie seien Freunde». Diese Andeutung des Erzählers, der sich hinter den Regieanweisungen verbirgt, klingt wie eine Drohung und stellt kurz und knapp die Fragilität des ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 158
von Beate Heine
Ich träumte, dass mir ein Mann mit einer Brille erschien und zu mir sagte: ‹Nicht im Möglichen schweben, sondern das Wirkliche tapfer ergreifen! In der Tat liegt die Freiheit.›» Aus dieser geträumten Forderung entfaltet Justine del Corte in ihrem «Alptraum vom Glück» ein Panoptikum von Geschichten und Geschichtensplittern, die sich ineinander verweben und sich ab...
Begeisterung ist ihm nicht gerade fremd. Ende Feburar in Zürich, zwei Wochen vor der «Hamlet»-Premiere, schwärmt Joachim Meyerhoff von der Künstlerwohnung im schicken Schiffbau. «Echt toll, dieser moderne Beton verschafft mir eine Erholung vom barocken Wien.» In Berlin, während des Theatertreffens im Mai, richtet sich die Begeisterung auf die Begeisterung des...
Wie das denn gehen solle, jammere ich der Freundin telefonisch ins Ohr – ein Geheimnis entschlüsseln, ein Rezept für Erfolg analysieren. Und nein, nein sagen, ginge in dem Falle gar nicht, schließlich wolle man vor der Herausforderung nicht kneifen, und es sei ja auch eine Ehre, und – stimmt – man fühle sich in seiner Eitelkeit geschmeichelt – und jetzt säße man...
