Snapshot Beijing

Theater heute - Logo

Eines steht fest: Der Verkehr reißt nicht ab.

Um von A nach B zu kommen, nehme ich ein Taxi.

Taxifahrer 1: Herr Wang (sehr dünn).

Taxifahrer 2: Herr Wang (mitteldick).

Taxifahrer 3: redet ohne Unterlass und freut sich ungemein. Worüber, erschließt sich nicht sofort.

Erst nach einer Weile begreife ich: Er redet nicht etwa mit mir, dem Fahrgast, sondern mit dem aufgebrachten Anrufer und dem deutlich weniger aufgebrachten Moderator der Radiosendung, die in ohrenbetäubender Lautstärke auch schon im Taxi von Herrn Wang (sehr dünn) und Herrn Wang (mitteldick) lief.

Taxifahrer 4: Findet den von mir gemachten Vorschlag, zum Konfuziustempel zu fahren, nicht überzeugend und schlägt deshalb ein paar Alternativmöglichkeiten vor.

Taxifahrer 5: Herr Wang (Kettenraucher).

Taxifahrer 6: schläft gerade auf dem Lenkrad.

Taxifahrer 7: mag einen nicht so recht mitnehmen.

Taxifahrer 8: mag einen ganz bestimmt nicht mitnehmen.

Taxifahrer 9: organisiert einem Taxifahrer 10.

Taxifahrer 10: singt und winkt dabei seinen vorbeifahrenden Kollegen zu. Im Hintergrund läuft wieder die Radiosendung mit dem aufgebrachten Anrufer, der jetzt aber eine Frau ist.

Taxifahrer 11: soll mich eigentlich in die Verbotene Stadt fahren, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2009
Rubrik: Theater China, Seite 13
von Ulrike Syha

Vergriffen
Weitere Beiträge
Organisation ist nicht alles

Franz Wille «Gespräche mit Astronauten» handelt von Familien, die ein Au-pair beschäftigen. Wie sind Sie auf das Thema gekommen?
Felicia Zeller «Gespräche mit Astronauten» entstand als Auftragsarbeit für das Theater Freiburg, das sich als Grundpersonal des Textes Au-pairs in Gastfamilien gewünscht hat. Wie immer stellt (und löst) sich für mich die Frage nach dem...

Die Möglichkeitsform einer Komödie

Das Worst-Case-Szenario sieht in diesem Fall wie eine Mischung aus altmodischem TV- oder Rundfunkstudio, Kraftwerks-Kontrollraum und Raumschiff Enterprise aus. Die Schauspielerinnen und Schauspieler blicken uns durch ein in die hintere Wand der Bühne geschnittenes Panoramafenster an; sie haben große Kopfhörer auf und verschiedene bunt blinkende Lämpchen im Rücken....

Neue Stücke

«Der Mann, der die Welt aß», hat keinen Namen. Und keinen Job mehr. Mit seinem Stück über die Kapitulation eines Totalverweigerers war Nis-Momme Stockmann der Sieger des diesjährigen Heidelberger Stückemarkts, und in Heidelberg besorgt Dominique Schnizer die Uraufführung des Werks. Herr Ellenbeck heißt der Verkäufer in der Herrenabteilung eines Kaufhauses, der eben...