Probebohrungen auf Neuland
Was macht man als neu angetretene Theaterleiterin mit einem Foyer, das eigentlich überhaupt keines ist und auch niemals eins werden wird, da es nicht zu diesem Zweck gebaut wurde? Das «Juta», einer der beiden Spielorte des FFT (Forum Freies Theater), besitzt die zugige Anmut öffentlicher Amtsstuben und großräumiger Wartehallen.
Bescheiden fügt es sich in die zweite Etage eines Gebäudes, das außerdem das Sozial- und Jugendamt, die Arbeiterwohlfahrt, die Volkshochschule, ein stillgelegtes Kino und im Keller eine Tiefgarage sowie die Gourmet-Abteilung des luxuriösen Einkaufstempels «Carsch-Haus» beherbergt. Statt diese doch eher tristen Gegebenheiten zu ignorieren, hat Kathrin Tiedemann mit dem Eröffnungsprojekt ihrer ersten Spielzeit den Blick gerade auf diesen Kontext ihrer neuen Wirkungsstätte gerichtet und damit zugleich ihren Kurs klargestellt.
Das Projekt «Geschichte wird gemacht [Es geht voran]» von Jörg Lukas Matthaei führte durch die Geschichte des Hauses, die Strukturen der städtischen Verwaltung und des sozialen Raums, verknüpfte theatrales Spiel und öffentliches Leben bis zur Kenntlichkeit. Ein halbes Jahr lang recherchierte Matthaei für die inszenierte Führung durch den ...
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Der Rhythmus stimmt in diesem Film. Der Sound auch und die Richtung sowieso: Existenzfragen und sozialer wie mentaler Überlebenskampf sind nun mal die Themen dieser Tage (keine Ironie!). Was Gorkis naturalistisches «Nachtasyl» natürlich nicht zum Nachbarschaftsdrama macht, und der Filmregisseur und Drehbuchautor Hardi Sturm, der den Stoff in deutsch-französischer...
Das berndeutsche Wort «Grümscheler» lässt sich am ehesten mit Bastler oder Puzzler übersetzen. Ein Grümscheler ist einer, der einen kleinen Weltausschnitt in seine Einzelteile zerlegt und diese dann in anderen Kombinationen neu zusammensetzt. Ein Eigenbrödler, der so lange in seinem Kämmerlein vor sich hin wurstelt, bis er eine gänzlich überflüssige, aber doch...
Am Gipfel blendet ein Licht, nicht unbedingt das Licht der Aufklärung, vielleicht sogar ein Irrlicht und flackernder Augentrug. Die seit diesem Jahr von Jürgen Flimm geleitete RuhrTriennale beleuchtet das Doppelgesicht der Romantik: Ratio und Irrationalität, industrieller Fortschritt und Sehnsucht nach dem Vergangenen, Settembrinis Zukunftseuphorie und Naphtas...
