International: Greta Thunberg ist überall
Im Nachmittagsstau auf der repräsentativen Avenida Paulista tanzen zwei Frauen und drei Männer; das Jazz-Quartett, das sie begleitet, spielt an gegen Hupen und Motoren. So richtig gefährlich ist die kleine Show zwar nicht, denn ohnehin ist Stop-and-Go die Höchstgeschwindigkeit um diese Tageszeit – und doch ist das Spektakel programmatisch gedacht: als öffentliche Störung des Alltags.
Bloß nicht nachlassen, nicht Sich-Einrichten als Opfer im Kulturkampf!
Denn der ist mit größtmöglicher Schärfe ausgebrochen in den ersten Monaten der Präsidentschaft von Jair Bolsonaro, der ja schon im Wahlkampf allen, die nicht so denken wie er, mit schärfsten Sanktionen drohte: den people of colour (die immerhin die Mehrheit stellen im kulturell extrem durchmischten Land und sich in großen Teilen stolz als «preto», als «schwarz» definieren), den Homosexuellen, der abhängig beschäftigten Bevölkerung, den Frauen – und nicht zuletzt den Künstlerinnen und Künstlern im Lande. Die «Mostra Internacional do Teatro» in Sao Paulo, im abkürzungsvernarrten Brasilien «MITsp» genannt, hat in Südamerikas größter und kulturell tendenziell reichster Stadt mit der sechsten Ausgabe die schwierigste durchlebt.
Kult ...
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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Michael Laages
Oft kennen Männer keine Hemmung, wenn der sexuelle Überdruck zu groß wird; sie scheuen dann selbst vor ungeheuren, monströsen, fürchterlichen Dingen nicht zurück. Ab Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts (und in entlegeneren Gegenden bis in dieses hinein) stand als Triebabfuhrstation eine ziemlich übel beleumundete Institution zur Verfügung: die Peep Show....
Friedrich Schiller hat sein eigenes Stück in der Luft zerrissen. In seiner Selbstrezension schon kurz nach der Uraufführung 1781 in Mannheim wird die dramatische Konstruktion mitleidlos zerrupft. Die Figuren seien nicht «nach der Natur» gezeichnet, sondern nach den Lektüren des Verfassers. Er habe die Menschen «überhüpft», monströs einseitige Charaktere entworfen...
Corinne Orlowski Wie sind Sie mit Schleef in Berührung gekommen?
Ulrich Rasche Ich habe viele Inszenierungen von Schleef gesehen: «Wessis in Weimar» am Berliner Ensemble, «Salome» in Düsseldorf, das «Sportstück» und «Verratenes Volk» in Berlin; aber auch die anderen Inszenierungen kenne ich aus dem Archiv über Susan Todd. Und ich habe Schleef einmal persönlich...
