Von Massen und Minderheiten
«Maximum City» nennt der Autor Suketu Metha Bombay, und seine gleichnamige journalistische Erzählung beginnt mit dem Satz: «Bald werden mehr Menschen in Bombay leben als auf dem australischen Kontinent.» (Suketu Metha: Maxium City – Bombay, Lost and Found, Vintage, 2005) Man schätzt Bombays gegenwärtige Einwohnerzahl auf über 20 Millionen, die Bevölkerungsdichte gilt als die zweitgrößte der Welt, und täglich strömen mehr Menschen in die Stadt auf der Suche nach einem besseren Leben oder nach Ruhm in den Traumfabriken Fernsehen und Bollywood.
Mumbai, so heißt die Hauptstadt des Staates Maharashtra heute offiziell, in den Herzen und im Sprachgebrauch vieler Bewohner ist sie aber Bombay geblieben. Der Stadt sind durch das Meer und die sumpfigen Mangroven nach Süden, Westen und Osten natürliche Grenzen gesetzt, und so platzt die Maximum City inzwischen aus allen Nähten.
Der Verkehr ist eine tägliche Geduldsprobe für Lungen, Ohren und den Terminkalender. Die Reichen und Stars schieben sich in teuren Autos mit getönten Scheiben im Schritttempo an Bussen und Auto-Rikschas vorbei, auf dem Bürgersteig daneben hungernde Migranten vom Land, die dem Gehweg mit einer Plastikplane ein Stück ...
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Das Haus, von dem ich erzählen will (und in dem es in mehr als einer Hinsicht nicht mit rechten Dingen zugeht), habe ich im sehr frühen Morgengrauen des 1. August 2007 zum ersten Mal betreten. Tags zuvor war ich in der pannonischen Sommerhitze von Bratislava mit dem Taxi zum letzten Mal durch die Barockstadt zum Flughafen gefahren (meine Möbel, Bücher, Kleider,...
Sie ist 15, als das Theater sie erstmals erwischt; daheim in Zrenjanin, das liegt nicht weit entfernt von Novi Sad in Serbien. Das alte Jugoslawien driftet damals, Anfang der 90er Jahre, schon merklich zu auf den Zerfall; das Mädchen Jelena fällt unter ihresgleichen schon damals ziemlich aus dem Rahmen in Zrenjanin. An einer Amateurtheatertruppe findet sie...
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