Philipp Otto (Walter Faber) und Seraina Leuenberger (Elisabeth Piper); Foto: Dieter Wuschanski
Chemnitz: Technik und Tabu
Gibt es solche Männer wie Walter Faber eigentlich noch? Typen, die ihren Ingenieursberuf nicht nur deshalb so schätzen, weil er strikt auf Logik basiert, sondern auch, weil er ihnen Anlass gibt, sich vor den angeblich irrationalen Wünschen und Forderungen ihrer Geliebten und Lebensgefährtinnen zu verdrücken? Männer, die beim Assoziationspingpong in einer griechischen Nacht die Brandung am Strand mit Bierschaum und Glaswolle vergleichen (während die weibliche Mitspielerin an eine Rüsche denkt)? Die sich an Technik klammern in der Hoffnung, sie möge ihnen das Unglück vom Leib halten, in
die das Leben noch den Vernünftigsten stürzt?
Am Schauspiel Chemnitz ist Walter Faber sicherheitshalber eine historische Figur. Max Frischs Roman «Homo faber» spielt in den fünfziger Jahren in New York, Guatemala, auf dem Atlantik, in Frankreich, Italien und Athen; der Zweite Weltkrieg, der Holocaust schwappen noch als Vorgeschichte in die Handlung hinein. Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe, Autos bewegen die Protagonisten dieses in jeder Hinsicht modernen Romans auf die Katastrophe zu, auch wenn der Flugzeugabsturz glimpflich abläuft, der tödliche Sturz zu Fuß erfolgt und die wahre Tragödie am Ende so alt ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Eva Behrendt
Aufführungen
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