Gewonnen
Franz Wille Auf einmal ging es ganz schnell. Nachdem bereits zugesagte Mittel für einen lange geplanten zentralen Neubau der Ernst-Busch-Schule von der Berliner SPD erst überraschend gestrichen wurden, stehen nun plötzlich doch 33 Millionen Euro bereit. Wie ist das plötzliche Einlenken der SPD-Fraktion zu erklären?
Wolfgang Engler Das Umschwenken der SPD vollzog sich nach meinem Eindruck binnen weniger Stunden. Für den Vormittag des 10. Mai war ein Treffen unserer Schule mit der Fraktionsspitze der SPD-Abgeordnetenhausfraktion vereinbart.
Ich ging Tags zuvor in der Erwartung schlafen, dass wir dort vor ein Ultimatum gestellt werden: Entweder ihr akzeptiert, mit weit weniger Geld als der ursprünglich geplanten Investitionssumme vom 33 Mio. Euro und an einem noch unbestimmten Ort zu bauen, oder ihr seid raus. Statt dessen präsentierte man uns nach kurzer Unterredung den Entwurf einer Vereinbarung, der die 33 Mio. Euro neuerlich mit der Option festschrieb, das Geld dort zu verbauen, wo wir seit Jahren hinwollen, in den ehemaligen Opernwerkstätten in Berlin-Mitte. Dem haben wir natürlich zugestimmt, so verblüfft, wie wir waren.
Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der neue Flughafen ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Franz Wille Selma Spahic, woher kommen Sie?
Selma Spahic Meine Eltern sind Bosniaken, und ich wurde 1986 in einer kleinen Stadt an der Grenze zwischen Bosnien und Serbien geboren. Foca war auch die erste Stadt, die bei Kriegsbeginn von der serbischen Armee besetzt worden ist. 1992 bin ich mit meinen Eltern erst nach Serbien, dann nach Kroatien geflohen. Drei Monate...
Der Säugling liegt auf dem blanken Boden in der Mitte der Bühne. Er blinzelt in die riesige grelle Industrielampe, die wie ein Damoklesschwert über ihm pendelt, zuckt mit den Armen und schließt die Augen. Kurz zuvor hatte Jokaste ihn hier abgelegt und seinem Schicksal überlassen, das ihn alsbald in Gestalt der kriechenden, rollenden Horde der Ödipus–kindeskinder...
Eine große Leere – sie bildet vielsagend das erste Bild von Michael Thalheimers Frankfurter «Medea». Hier ist nichts und wird nichts sein, wenn alle Worte gesprochen sind. Es regiert die Sinnlosigkeit – der Gefühle, der Versprechen, der Existenz. Alles ist leer, alles ist gleich, alles wahr. Aber nicht Nietzsche bestimmt diesen Abend, sondern Euripides, dessen...
