Am Ende wartet immer der Tod
Das Almeida Theatre in Londons Norden steht, seit Rupert Goold die Intendanz übernommen hat, für und auf Klassiker-Updates. Nach einem komplexen «Kaufmann von Venedig» in Las Vegas machte man sich nun an die «Orestie». Die setzt Regisseur Robert Icke in seiner eigenen Fassung in ein unbestimmtes Heute, wo der Realpolitiker Agamemnon in seinem smarten grauen Anzug und dem Willen, «to do the right thing», merkwürdig an Tony Blair erinnert: Beide mischen in die existenzielle politische Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, eine irrationale religiöse Ebene, um stärker zu wirken.
Der britische Ex-Premierminister und gläubige Christ Blair ließ bei seinem Eintritt für den Irakkrieg tatsächlich unterschwellig mitschwingen, er habe Gott auf seiner Seite: «I think if you have faith about these things, you realise that judgement is made by other people ... and if you believe in God, it's made by God as well.» Das ist nicht weit entfernt von einem Agamemnon, der, als der Aufbruch nach Troja in Frage steht, mit einem öffentlichen, religiös motivierten Ritual eine klare Entscheidung für diesen Krieg trifft. Und in Anbetracht der Tatsache, dass die Briten die Auswirkungen von Blairs Irakkrieg ...
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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Ausland, Seite 40
von Patricia Benecke
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Eine schöne Mörderin, die ihre Ehemänner tötet, im Keller einbetoniert und im Gefängnis ein Kind bekommt, hat schon starkes Starpotenzial. In Österreich füllte die Geschichte der «Eislady Esti» Klatschspalten und Feuilletons. Selbst der Schriftsteller Thomas Glavinic sprach nach einem Gefängnisbesuch fasziniert von ihren «bemerkenswerten Vibes» und «zarten...
