Als Polen noch Papst war

Eine junge polnische Dramatikergeneration sucht nach Worten für das Hier und Jetzt; das Bremer Theater präsentiert eine Auswahl im 3. Forum für zeitgenössische Dramatik

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Vorstädte zu Denkmälern, Zechen zu Golfplätzen! Die aktuelle Ausgabe des polnischen Magazins «Ozon» berichtet über die geplante Umnutzung zahlreicher Brachen in den vormaligen realsozialistischen Bergbau- und Schwerindustrieregionen. Zwischen entsprechenden architektonischen Hinterlassenschaften und großangelegten Nutzungskonzepten lassen sich, davon zeugen auch viele Regionen in Europas Westen, Transformationsprozesse gut beobachten. Micha Walczaks Stück «Das Bergwerk» indes kündet kaum von Gewinnern solcher Entwicklungen.

«Was meine Familie angeht», erzählt der junge Adzio gleich zu Beginn, «so hat mein Großvater im Bergwerk gearbeitet und auch mein Vater hat im Bergwerk gearbeitet, und dann haben sie das Bergwerk zugesperrt, und ich arbeite deshalb nicht mehr im Bergwerk, so wie mein Vater und mein Großvater dort gearbeitet haben. (...) Mama hat nie im Bergwerk gearbeitet, also arbeitet sie jetzt schon gar nicht im Bergwerk, denn es ist ja schließlich keineswegs so, als ob in meiner Stadt alle im Bergwerk gearbeitet hätten, aber dennoch.»

Just dieses «Dennoch» ist der Angelpunkt des Stückes, das der 27-jährige Walczak für die traditionelle Bergbaustadt Walbrzych geschrieben hat. ...

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Theater heute Juli 2005
Rubrik: Ausland Polen, Seite 26
von Tim Schomaker

Vergriffen
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