Kulturkämpfe

Zaimoglu/Senkel «Schwarze Jungfrauen», Hebbel «Gyges und sein Ring»

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Dem Anlass entsprechend hat auch Goethe sich schick gemacht. Ein exquisites rotes Kopftuch bedeckt das edle Gipshaupt im Foyer der Frankfurter Naxoshalle, in der der Regisseur Willy Praml und seine Theatertruppe seit einigen Jahren ihre Zelte aufgeschlagen haben. 

 

Im Konzepttheater von Praml geht es diesmal, Goethe zeigt es an, um Mythen der Verschleierung. Die «1002. Nacht» hat der Theatermacher seinen dreiteiligen Abend genannt. 

 

Zum Vorspiel darf der Besucher durch die imposante alte Fabrikhalle wandeln, wo ihn an verschiedenen Stationen kleine Performance-Szenen erwarten.

Auf einem Podest verliest ein fellbekleideter Alter die zwölf Heldentaten des Herkules. Im Hintergrund tanzt eine Bauchtänzerin. Ein Freizeitkönig mit Pappkrone sitzt in einem Plastikliegestuhl, schlürft Mecca-Cola und schaut sich Aufnahmen des Schahbesuchs von 1968 an. Ein Musiker präsentiert exotische Instrumente, während am anderen Ende der Halle seine Kollegen versuchen, die Besucher zu türkischem Karaoke zu animieren. 

 

Dieser Basar der Künste kündigt die beiden Stücke des Abends an, der ein Antikendrama Friedrich Hebbels mit den «Schwarzen Jungfrauen» von Feridun Zaimoglu und Günther Senkel ...

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Theater heute Oktober 2009
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Kristin Becker

Vergriffen
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