Der Wörter-Schatz
Seit Theresia Walser sich letztes Jahr nach längerer Theaterabstinenz mit zwei neuen Stücken zurückgemeldet hat, herrscht ein dezenter Krieg an deutschen Bühnen: Dramatikerin und Uraufführungsregisseure kämpfen um die Oberhoheit über Texte.
Ein Streit, der sich an Jacqueline Kornmüllers bildbeschwerter Stuttgarter Urinszenierung von Walsers «Wandernutten» entzündete, in der Absetzung der «Kriegsberichterstatterin» wenige Tage vor der Konstanzer Uraufführung durch die Regie führende Intendantin Dagmar Schlingmann seine Fortsetzung fand und nun tatsächlich die eigentlich längst überholte Werktreuedebatte unter neuen Vorzeichen wieder aufzuköcheln droht. Wie viel Rücksicht darf ein Autor fordern, wie weit darf der Regisseur sich über Dramatikerwünsche hinwegsetzen? Oder anders gefragt: Muss nicht ein Text zumindest einmal erkannt werden, bevor man alles mit ihm machen darf?
Dass dabei der profilierungssüchtige, werkvergewaltigende Regieunhold gemeinhin als der Bösewicht angesehen wird, der Autor respektive die Autorin dagegen als wehrloses Opfer in der Geiselhaft der Theatermafia, ist natürlich eine kurzsichtige Verkürzung der Verhältnisse. Andererseits kann man wohl auch nicht von ...
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Ein Leben in Kontoauszügen? Barabhebung an Geldautomaten zeigen das Cash-Level, die Höhe der Telekom-Rechnungen lässt auf gewerbliche Nutzung des Hausanschlusses schließen, Zeitschriften-Abos verweisen auf den beruflichen oder gesellschaftlichen Horizont, der eher bescheidene Beitrag bei der Künstlersozialkasse muss dem nicht entsprechen – auf der anderen Seite...
