Richtig doof ablachen

Warum ausgerechnet im Theater?

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Immer wieder wird an einen Intendanten, so jedenfalls meine Erfahrung, der Wunsch herangetragen, etwas zu produzieren, wo man «so richtig doof ablachen» kann. Man fragt sich: Wo kommt dieser Wunsch her? Die Menschen, die es sich wünschen, über etwas «richtig doof abzulachen», könnten sich diesen Wunsch ja leicht erfüllen, indem sie in den Spiegel gucken. Offensichtlich steckt sowohl in dem Begriff «Ablachen» als auch in dem Adjektiv «doof» als Steigerung von «Ablachen» etwas Lustvolles, was man alleine mit sich selbst nicht zustande bringt.



Denken scheint das Gegenteil zu sein! Denken und die Wahrnehmung der Vielschichtigkeit von Dingen und Menschen wird als lustfeindlich erlebt. Offensichtlich geht es um Faulheit: Faulheit der Wahrnehmung, Faulheit des Denkens, Faulheit sich selbst gegenüber. Es manifestiert sich hier ein Wunsch nach einer vereinfachten Welt, im Wissen, dass es so nicht ist. Es ist ein tendenziell totalitärer Wunsch: Alle sollen über das Gleiche doof ablachen! Es soll keine Unterschiede zwischen Menschen geben!

Dabei gibt es kaum etwas, was den Menschen mehr positiv stimuliert, als die Unterschiede und damit auch die Ungerechtigkeit der Natur. Das finden wir bei ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Peter Carp, Seite 15
von Peter Carp

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