Hörspiel: Reden, bis die Engel singen
Bei den letzten Salzburger Festspielen sprang Philipp Hochmair kurzfristig als Jedermann für den erkrankten Tobias Moretti ein und begeisterte die Zuschauer auf dem Domplatz. Seine Art, den jovial-arroganten, am Ende tief einsamen reichen Mann im Sterben zu geben, gefiel – und doch wusste man: Da war mehr als dieser Mainstream.
Diese Figur war Hochmair, der sie hier quasi aus dem Stand mit dem Charme eines Wiener Haberers spielte, so sehr ans Herz gewachsen, dass er sie sich einverleibte.
Und zwar nicht nur sie allein, sondern gleich auch all die anderen Personen um den Jedermann herum, wie Hugo von Hofmannsthal sie sich erdachte. Und so zelebrierte er sie schon vor Jahren als eine Art Anti-Domplatz-Spektakel in seinem «Reloaded» genannten Soloprogramm nach allen Regeln der Kunstübertretung in Salzburg. Seitdem tourt er als Sterbender im Glitzerkostüm durch die Republiken; Höhepunkt war im Herbst 2018 ein Auftritt im Wiener Stephansdom.
Jetzt hat Hochmair den «Jedermann» zusammen mit der genial schrägen Leipziger Band «Die Elektrohand Gottes» im Studio aufgenommen: eine sprachlich, musikalisch, elektronisch subversive Achterbahnfahrt durch die Abgründe eines Klassikers – ...
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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Bernd Noack
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Aufführungen
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