Ungarische Biopolitik
So etwas wie politisches Theater hat es in den letzten zwei Jahrzehnten in Ungarn nicht allzu oft gegeben. Das spricht weder für das Theater noch für die Gesellschaft. Inszenierungen wie «Blackland» vom ehemaligen Krétakör Theater, das den Zustand von Gesellschaft und Politik reflektierte, waren die Ausnahme. Aber in den vergangenen Jahren und vor allem jetzt, im Wahljahr, ist das politische Theater präsenter denn je.
Das politische Klima im Land verwandelt die Theater Budapests zum einzigartigen (und auch nahezu einzigen) Forum, in dem die wichtigen politischen Fragen gestellt werden und eine absurde Politik kritisiert wird.
Andere, größere Plattformen für abweichende Meinungen sind für Künstler kaum noch zugänglich; Hörfunk, Zeitungen und Fernsehen haben schon lange aufgehört, ein solches Forum zu bieten. Es herrscht Einstimmigkeit: Die eine Meinung ohne kritische Gegenpositionen dominiert die Medien. Seit den Wahlen von 2010 ist etwa der Schriftsteller Peter Esterhazy in kein einziges öffentliches Studio mehr eingeladen worden. Und kürzlich erst nutzte die angesehene Dichterin Krisztina Tóth während des Internationalen Buchfestivals in Budapest eine Preisübergabe an Sofi ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Ausland, Seite 32
von Andrea Tompa
Rege ist der Austausch zwischen britischem und amerikanischem Theater seit jeher. In schöner Regelmäßigkeit nisten sich Broadwayhits im Londoner West End ein, und englische Erfolge reisen in die Staaten. Autoren wie David Mamet, Neil LaBute oder Tracy Letts haben oft in Großbritannien ihre europäische Erstaufführung und werden so viel gespielt wie in ihrer Heimat....
Am 23. April sprühten die britischen Zeitungen, Theaterwebsites, Museumsankündigungen und Online-Event Seiten vor geistreich festlichen Wortspielen wie «Happy Bardsday», «Cakespeare» oder «All the World’s a Cake». Charmante Geburtstagsgrüße zu William Shakespeares vierhundertfünfzigstem. Vor allem aber lag der Stress adäquater Feierlichkeiten in der Luft. Wie bloß...
Eine Minute kann lang sein, wenn der eigene Kopf auf einem Ausstellungssockel liegt. Dabei an die eigene Verdauung zu denken, wie es neben der anleitenden Skizze steht, lässt die Zeit nicht schneller vergehen. Und wenn man dabei auf dem Kopf noch eine WC-Ente balanciert, scheint die Zeit still zu stehen. Auch mit einem Gummiband zwischen den großen Zehen und dem...
