Hauptsache überleben
Der Weg durch das neue Museum von Yad Vashem führt in einem Berg durch ein tiefes Tal. Der Architekt Moshe Safdie hat das im Querschnitt dreieckige Gebäude tatsächlich wie einen Keil in den Har Hasikaron (Berg des Gedenkens) gebaut, und die Zickzackstrecke, die man von der Machtergreifung Hitlers bis zur Ankunft der Überlebenden in Eretz Israel zurücklegt, hat ihren tiefsten Punkt dort, wo sie die industrielle Vernichtung der Juden durch die Deutschen dokumentiert.
Es ist ein aufwühlender Weg durch die bodenlose Geschichte der europäischen Juden, aber auch eine Reise an den Tiefpunkt der deutschen Geschichte. Obwohl man als nachgeborener deutscher Besucher die Fakten des Holocausts kennt, obwohl man mit den schwarz-weißen Bildern von ausgezehrten Häftlingen, von Kleider- und Knochenbergen merkwürdig vertraut ist, obwohl man «Schindlers Liste» gesehen und Primo Levi gelesen hat, packt einen hier, tausende Kilometer entfernt, erneut das Entsetzen. Und Erleichterung, wenn man am Ende des Tunnels aus dem Museum ins gleißende Sonnenlicht tritt und über begrünte Hügel blickt.
Museumsbesuche stehen normalerweise nicht auf den Programmen von Theaterfestivals. Im Falle des Festivals ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das kann jedem passieren: eine einigermaßen glückliche Ehe, kinderlos, deren Teilnehmer sich auch nach vielen Jahren noch gerne ins Gesicht sehen, tanzen gehen, gemeinsam Urlaub machen. Dann bricht Regine plötzlich im Bad zusammen, Schlaganfall, Pflegefall, schlimmster Fall: bewegungsunfähig bis auf die Augenlider, der Rest des Lebens ein Verdämmern.
Jan Neumann...
Eine Frau geht über die Bühne, ein Hund trippelt hinterher. Gelächter. Stumm und doch auf schnelle Wirkung bedacht, so beginnt – und bleibt die erste Inszenierung des neuen Intendanten Elmar Goerden in Bochum. Keine Botschaften, nur Boten. Aber auch keine Rätsel, keine Geheimnisse. Alles klar in Bochum, neuer Kommandant, kaum veränderter Kurs.
Mit Peter Handkes...
Durch das Logo von Deutschlands größtem Kinder- und Jugendtheater fliegt neuerdings ein Flugzeug. Vorläufig nur auf Papier, doch bald soll es auch vom Bühnenturm des Theaters leuchten und damit eine alte Tradition wiederbeleben. Bis 1990 strahlte von dort nämlich der ursprüngliche Name des Hauses «Theater der Freundschaft» in Leuchtbuchstaben über den Berliner...
