Marc Grandmontagne; Foto: David Baltzer
Endlich Schluss mit der Defensive!
Theater heute Erstmal Gratulation zum neuen Job! Sie sind seit acht Monaten neuer geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, eine Aufgabe, mit der man institutionell zwischen allen Stühlen sitzt. Eine ehrliche Stellenbeschreibung wäre aus Theatersicht vermutlich «Dr. Jekyll and Mr.
Hyde», denn einerseits sitzen im Bühnenverein als Tarifpartner die Rechtsträger der Theater, also die in den letzten 25 Jahren notorisch sparwilligen Kommunen und Länder, andererseits auch die Intendanten, die als künstlerische Leiter ihre Etats verteidigen müssen. Da gibt es viele Reibungspunkte, und über einige wollen wir sprechen und Sie fragen: Auf welcher Seite stehen Sie und was versuchen Sie durchzusetzen? Fangen wir mal mit den jährlichen Tarifsteigerungen an: Der Bühnenverein verhandelt sie, und sie müssen demzufolge von den Theatern umgesetzt werden, aber nicht alle Kommunen und Länder können sie auch durch einen steigenden Zuschuss ausgleichen. Die Folge sind regelmäßige Einschnitte in die künstlerischen Etats, weil das die einzigen Etatbereiche sind, in denen gekürzt werden kann. Wie positionieren Sie sich da?
Marc Grandmontagne Kämpferisch optimistisch. Sie haben die Sachlage ...
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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Das Gespräch, Seite 4
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt und Franz Wille
Wie ein Monsterfinger in ein Puppenhaus bohrt sich ein Abrisshammer in das Glasfoyer des Stadttheaters Mönchengladbach, Staubhöllen fallen von oben. 2012 wurde das 1959 gebaute Theater abgerissen, im sechsten und neuesten Teil ihrer 2010 begonnenen Dokumentarfilmreihe «state-theatre» fangen Daniel Kötter und Constanze Fischbeck kommentarlos die brutale, aber auch...
Wir marschieren im Quadrat. Ein komplizenhaftes Nebeneinander und Hintereinander in losen Zweierreihen, das innerhalb weniger Minuten den Verkehr zum Stillstand bringt. Denn unser Marsch führt über vier Zebrastreifen, die eine Straßenkreuzung umspannen – und bald sind alle vier mit uns, dem Publikum, gefüllt. Zur Verblüffung der Autofahrenden, die verharren und...
Ein warmer Abend im Spätsommerlicht. Der Park an der Ilm hat sich geleert, ein paar junge Leute lümmeln noch auf den Wiesen. Auf meinen Ohren liegt der Soundtrack von Schritten, die unweigerlich mein Tempo bestimmen. «Du nimmst den linken Weg», sagt eine Männerstimme, «sieh dich nicht um, du Ratte.» Sie lotst mich von einer Blackbox, in der ein rätselhafter...
