Post-Feminismus? Vielleicht später mal
Für manche gehört schon Mut dazu, dieses Wort überhaupt auszusprechen: Feminismus. Insbesondere die personalisierte Form. Ich sei eine Feministin, stellte mich kürzlich ein Journalist bei einem Interview vor, und sofort bekam ich tröstende Emails von Bekannten, da sei ich aber schlecht behandelt worden. Feministin? Welch eine Beleidigung! Der Begriff des Feminismus hat in den letzten zehn, zwanzig Jahren einen so negativen Beiklang erhalten, dass man zunächst versucht ist, zu beteuern, welche Schrecklichkeiten mit diesem Feminismus, dem man anhänge, nicht gemeint seien.
Aber warum – warum so schüchtern? Es gibt keinen Grund, sich für eine politische Haltung zu entschuldigen oder zu rechtfertigen, die sich die Abschaffung einiger der schlimmsten sozialen, physischen, ökonomischen und kulturellen Missstände vorgenommen hat. Darum sei diesem Text die Erklärung vorausgeschickt, dass die Verfasserin keine Notwendigkeit sieht, zunächst irgendeinen bestimmten Feminismus zu beschreiben, zu kritisieren und sich davon zu distanzieren, um sich im späteren Textverlauf dann zu einem anderen, «zeitgemäßeren» Feminismus zu bekennen, der die (mutmaßlichen) Mängel des zuerst genannten nicht ...
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Theater heute März 2011
Rubrik: Frauen im Theater, Seite 16
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Wir sehen Henry Hübchen in Jeans, Windjacke und mit Zigarette durch den Prenzlauer Berg spazieren. Mit Sonnenbrille am Ostseestrand, stets leicht gebräunt, im weißen Hemd, mit überlegten, entspannten Bewegungen auf der Holzjolle («Seniorenkreuzer» sagt Hübchen).
Er zeigt seine alte Schule in der Pasteurstraße, spielt im Auto den Song «Casablanca» vor, den er für...
Die Sau mampft. Warum auch nicht? Wenn ein Berliner Volksbühnenintendant schon mal Bauerntheater macht, dann gehört grunznatürlich ein richtiges Schwein auf die Zürcher Schauspielhausbühne. Die Hebamme trägt ja auch einen richtigen Oberlippenbart, und hätte sie nicht diesen schrecklichen Gouvernantenhut umgebunden, man würde sie glatt für den Schauspieler Marc...
