Schweine im Gottes-Staat
David Mamet sorgte 2008 mit einem Artikel, den er unter dem etwas reißerischen Titel «Why I Am No Longer a Brain-Dead-Liberal» im New Yorker Magazin «The Village Voice» veröffentlichte, für Furore. Er sagte sich darin von der idealistischen Linken los, für die er sich ein Leben lang eingesetzt hatte, und machte sich für die Argumente der Vertreter des neoliberalen Kapitalismus im Sinne Milton Friedmans und Friedrich Hayeks stark.
Im vergangenen Sommer bekräftigte er diese Position in seinem Buch «The Secret Knowledge», das die Maximen der amerikanischen Linken als eine Religion kritisiert, für die es keine Beweise gäbe. Auch in seinem neuen Stück, das im kommenden Dezember seine Ur- und Deutschsprachige Erstaufführung erlebt, spielt die Auseinandersetzung mit linker Geschichte eine entscheidende Rolle.
Wie oft in seinem Werk, steht auch «Die Anarchistin» im Zeichen eines Clashs zweier – in diesem Fall weiblicher – Kontrahenten. Wir befinden uns in einem Gefängnis in den Vereinigten Staaten. Cathy sitzt seit 35 Jahren hinter Gittern, Ann ist die Frau, deren Gutachten zu Cathys Begnadigung führen kann. Beide haben sie einen bedeutenden Teil ihres Lebens hinter sich. Ann steht ...
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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 156
von Andreas Karlaganis
A
nach Fatih Akin, Ruth Toma, Ralph Schwingel
Kebab Connection (Grips Theater Berlin)
Jorge Angeles
Ya Basta! (Theater Krefeld/Mönchengladbach)
Sefi Atta
Hagel auf Zamfara (Theater Krefeld/Mönchengladbach)
Auftrag:Lorey
Bouncing in Bavaria (Schauspiel Frankfurt)
Thomas Arzt
Alpenvorland (Landestheater Linz)
B
Jalila Baccar/Fadhel Jaibi nach Kafka
Der Prozess...
Vor fast hundert Jahren – und damit lange vor Artaud – hatte der russische Theateravantgardist Nikolai Jewreinow das Theater mit dem Schafott verglichen. Er träumte von einer Theatralisierung des Lebens und sah in Napoleon den größten Regisseur aller Zeiten. In seinem Kabarett «Der Zerrspiegel» bereitete er dem damaligen Theater symbolisch das Schafott, indem er...
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, sagt der Volksmund, was aber auch als subtiler Hinweis darauf verstanden werden kann, dass Geben und Nehmen kompliziert sind, denn zur Gabe gehört die angemessene Erwiderung: Genügt ein Lächeln? Muss mein Gegengeschenk den Wert des ersten womöglich übersteigen? Verpflichtet es mich vielleicht sogar ein Leben lang?
Hier...
