Go home
Der junge bosnische Autor Sasa Stanisic («Wie der Soldat das Grammofon repariert») war 2006/07 Stadtschreiber in Graz und schrieb dort sein erstes Theaterstück: Gemeinsam mit dem Regisseur Tom Kühnel und der Puppentheatermacherin Suse Wächter entwickelte Stanisic im Auftrag des Schauspielhauses ein «musikalisches Projekt». Die Handlung ist an die (wahre) Geschichte der legendären Trapp-Familie angelehnt, die durch das Musical «The Sound of Music» berühmt wurde.
Auch die Familie aus «Go West» stammt aus Salzburg und tourt Volkslieder singend und Blockflöte spielend durch die USA. Der Unterschied ist, dass sie damit zehn Jahre später dran ist – während die Trapps 1938 vor den Nazis fliehen mussten, spielt «Go West» in den fünfziger Jahren –, und dass sie keiner hören will. Auch das Grazer Publikum bleibt vom Familiengesang weitgehend verschont, dafür spielt eine Band zwischendurch klassisches amerikanisches Liedgut. Musical ist «Go West» dennoch keines, eher eine Art Märchen.
In billigen Motelzimmern vertreibt sich die sechsköpfige Familie die Zeit mit Tagträumen. Aus dem Radio kommen nicht nur Stimmen und Töne, sondern auch die dazugehörigen Figuren – in Gestalt von Marionetten ...
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