Nach Gutsherrenart
In der selbstreferenziellen Welt der Theaterschaffenden und Theaterkritiker – welche selbst mehr Teil denn kritische Begleiter des Betriebes sind – scheint es mir gelegentlich am Blick von draußen, am Perspektivwechsel zu fehlen. Die wichtigsten Menschen für Theater, so steht es jedenfalls in den schwurbeligen Intendantentexten, seien die Zuschauer, für die ja schließlich Theater gemacht werde. Abgesehen davon, dass mich da gelegentlich arge Zweifel beschleichen, ob Theater wirklich für Zuschauer gemacht wird, hat das Publikum keine Stimme.
Man stimmt mitunter mit den Füßen ab, Theaterabos werden gekündigt oder neu erworben. In Publikumsgesprächen geht es über schüchterne Fragen zwischen langen Blöcken Dramaturgen-Sprechs selten hinaus.
Ich möchte hier meinen Blickwinkel als Zuschauer und aus der Perspektive eines Verantwortlichen für ein mittelständisches Unternehmen darzulegen, auch und besonders auf das Theater als Betrieb, als Unternehmen und seine Unternehmenskultur.
Unternehmenskultur in deutschen Theatern scheint mir im Wesentlichen autoritäre Führung durch einen Intendanten zu sein, der für den Zeitraum seines Vertrages temporäre Unfehlbarkeit erhielt. Selbstverständlich ...
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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Magazin: Leserbrief, Seite 71
von Christoph Eingartner
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