Schön sauber bleiben
Die «American Beauty» der Vorstädte treibt seltsame Blüten, nicht erst seit Sam Mendes in diesem Biotop wilderte, um die Tragödie eines lächerlichen Mannes zu erzählen. Der Widerspruch zwischen äußerlicher Gediegenheit und innerer Verkommenheit hat Edward Albee schon vor 40 Jahren beschäftigt und interessiert ihn noch immer. Allein, ihn psychologisch dingfest zu machen, wie es der Autor der zuletzt wieder in Berlin so überaus erfolgreich geschlagenen Eheschlacht zwischen Martha und George tut, geht eine Regisseurin wie Thirza Bruncken herzlich wenig an.
Anders auch als in «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?», darin die Verletzungs-Orgie zweier Paare keinem Verfallsdatum unterliegt, muss eine Komödie wie Albees «Alles im Garten» von 1967 – mithin dem Jahr der Uraufführung von «Hair», der Veröffentlichung von «Sgt. Pepper’s», der Ermordung Che Guevaras und heftiger Rassenunruhen in den USA – schon fürchten, dass ihr sozialer Witz versandet und ihre Entlarvungsgeste gegenüber bürgerlicher Doppelmoral ins Leere greift. Bereits damals hatte die Gegenkultur ganz andere Saiten aufgezogen.
Braves Vom-Blatt-Spielen war von Bruncken ohnehin nicht zu erwarten, die bereits bei Ostrowsky ...
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Der Nobelpreis für Literatur für unseren größten und griesgrämigsten Dramatiker ist ein Grund zum Feiern. Es ist ein Triumph für die britische Theaterkultur, die in den letzten Jahren ein wenig aus der Mode gekommen schien», so begrüßte der «Guardian» Harold Pinters Auszeichnung.
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In der Not der Erfindung ist die Hoffnung das Archiv. Dort liegen die gesicherten Schätze der Vergangenheit für all jene griffbereit, die Angst haben, etwas falsch zu machen. Und das Archiv als solches ist heute so groß, tief und weltumspannend, dass der arme Künstler, der mit dem Mut den Einfall verloren hat, vielleicht sogar hoffen darf, fremde Ideen unbemerkt...
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