Friedhof der Kuscheltiere
In seinem Debüt «Feuergesicht» (1998) beginnen zwei Jugendliche einen selbstmörderischen Kampf gegen die Welt der Erwachsenen. Erst fackeln Kurt und Olga, ein inzestuöses Geschwisterpaar, ihre Schule ab. Dann töten sie im Blutrausch die eigenen Eltern. In «Freie Sicht» (uraufgeführt 2008 beim Adelaide Festival, Australien) beschreibt Marius von Mayenburg Terror und Gewalt in der bürgerlichen Kleinfamilie und den Verlust der inneren Sicherheit aus der Perspektive der Erwachsenen.
Jetzt sind es die Eltern, die ihre Kinder besorgt und argwöhnisch ins Visier nehmen.
Mayenburg nennt sie einen «Schwarm». Die nicht weiter individualisierten Erwachsenenstimmen erzeugen einen eigenartigen Sound. Da sind Eltern, die von der plötzlichen Veränderung ihrer zehnjährigen Tochter sprechen. Eine «innere Verhärtung» haben sie bei ihr festgestellt. Schnell entsteht ein Netzwerk von Betroffenen. Auch andere berichten von Verhaltensauffälligkeiten. Beunruhigend ist auch, dass im Supermarkt alle Pfirsichkonserven ausgetauscht und die U-Bahnhöfe desinfiziert wurden. Und dass ein kleines Mädchen seine Puppe im Sandkasten vergräbt. Eine Selbsthilfegruppe entsteht. Angst schweißt die Eltern zusammen – ...
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Die erste Entdeckung im Archiv des Berliner Maxim Gorki Theaters ist ein massiver Stapel Schwarzweißfotos. Darauf: Jeweils zehn Schauspieler, die vom ersten bis zum letzten Bild ohne nennenswerte Positionsveränderung deklamierend an der Rampe stehen; die Männer in Anzügen, die Frauen in Sixties-affinen, aber gern auf staatstragend gerüschten Minikleidern. Der Abend...
Nis-Momme Stockmann ist ein heißer Tipp. Verschiedenes hat er bereits geschrieben, einen Film gedreht, war mit zwei Stücken auf den beiden deutschen Stückemärkten. In Heidelberg hat er soeben den Autorenpreis gewonnen. Dabei ist er 28, und seine Stücke sind bis dato nicht aufgeführt. Noch nicht.
Wenn man die Stücke junger deutscher Dramatiker liest, fühlt man...
Uraufführungen
A Swetlana Alexijewitsch Vom Ende des roten Menschen (Schauspiel Hannover) ·· Lola Arias Familienbande (Münchner Kammerspiele) ·· Thomas Arzt Grillparz (Schauspielhaus Wien) ·· andcompany&Co. West in Peace – Der letzte Sommer der Indianer (Hebbel am Ufer, Berlin) ·· Auftrag : Lorey Geld (Schauspiel Frankfurt) ·· Jörg Albrecht noch ohne Titel (Theater...
