Archivarin des Todes
Absurd natürlich, von einem Stück zu erzählen von dem es bislang nur den Plot gibt und den Stückbeginn: «frau bosch,/ die ware,/wäre da/Sollen wir,/damit/ums Haus,/zum Keller,/in den Wäscheraum,/stellt doch hier ab, was ihr habt, in den Schatten, unters Dach, auf den Fußabstreifer, wo es trockenbleibt./Fang,/am,/An,/fang,/fang, /fang,an.» Hier ist sie wieder, die vorläufig noch durch Schrägstriche markierte «geteilte Sprache», wie Händl Klaus das literarische Verfahren nennt, einen einzigen Satz auf mehrere Figuren aufzuteilen.
Bei Händl Klaus hat dies nichts mit der weit verbreiteten Marotte zu tun, durch künstlichen Zeilenfall pseudolyrische Bedeutung zu produzieren, nein, sein Stil ist Inhalt: Seine Figuren sind, den Gesetzen jeglicher Dramatik widersprechend, immer «alle in einem Sprachkörper», Funktionen eines «komplizenhaften Sprechens, da man das Unbewusste teilt und die gleiche Grundlage hat» (Händl). Händl Klaus verabschiedet sich vom traditionellen Dialog, der sich aus der Syntax seiner Antagonisten definiert. Statt der Dialektik des dramatischen Konflikts, der die Geisteshelle seiner Figuren voraussetzt, findet man bei ihm «Verschworene» und das «aufeinander ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 152
von Joachim Lux
Kann sein, dass ihr speziell an diesem Tag so deutlich wie wohl selten sonst der Übergang vor Augen steht, in dem sie sich gerade befindet. Noch einmal hat sie jenes erstaunliche Stück Theaterforschung aus der Erinnerung auf die Bühne zurück geholt, mit dem sie einer breiteren Öffentlichkeit erstmals nachhaltig «aufgefallen» ist: «Die Gerechten» von Albert Camus,...
Ertappt! Ein wenig langweilig war es schon geworden bei «III nach neun», der Talkshow aus Bremen an diesem späten Freitagabend. Judith Rosmair war zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Veranstaltung, in der es um sie gehen sollte, nicht um eine Figur, hinter der man sich verstecken (oder mit der man an die Rampe rennen) kann. Sie hatte ewig warten müssen, im...
Dimiter Gotscheffs «Perser»-Inszenierung hat es niemand leicht gemacht: Fast wäre sie im Deutschen Theater gar nicht herausgekommen, und auch bei der Auswahl des Theatertreffens mochte sich die Jury nicht zu einer Nominierung durchringen. Unsere Kritikerumfrage hält dagegen und wählt das Drama des Untergangs einer Großmacht zur Inszenierung des Jahres!
Christine...
