Wie es euch gefällt
Man kann in Berlin in diesem Sommer kaum mehr zum Zahnarzt gehen, ohne von einem verzückten Dentisten auf Peter Steins «Wallenstein» angesprochen zu werden. Vielleicht liegt es nur an den berufsständischen Parallelen: Wo der eine zehn Stunden schenkelstarre Zuschaudemut verlangt, lebt der andere von jeher davon, Menschen in einen Sessel zu bitten, in dem sie eigentlich nie sitzen wollten. Und die Erleichterung ist hier wie dort überwältigend, wenn man sich endlich wieder erheben darf. Innerer Jubel wie trampelnder Applaus. Vielleicht ist aber mehr dran.
Was gibt es Schöneres als ein volles Haus? Eng gepackt über alle drei Ränge, unten auf der schmalen Bühne sechs Schauspieler und ein Pianist. Der Thalia Vista Social Club schreibt das Jahr 2044, die Darsteller sind angemessen gealtert, kommen kaum über die Schwelle, und bei heftigen Bewegungen suchen Perücken wie Jackettkronen nach Resthaftung. Selige Demenz liegt über der Szene, jeder pflegt sein Charakterzipperlein, und der rhythmusfeste Mann am Klavier hält mit einiger Remix-Intelligenz aus dem besseren Evergreen-Bereich die sangesfreudige Geriatrie zusammen. Spätestens wenn Victoria von Trauttmansdorff das vermeintlich ...
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... waren unsere 40 Kritiker in dieser Spielzeit ganz sicher: Eine satte 18-köpfige Mehrheit kürte Ulrich Khuons Hamburger Thalia Theater zum Theater des Jahres. Vor dem Berliner Maxim Gorki Theater mit 4 Voten liegt auf Platz 2 mit ehrenvollen 6 Stimmen das Deutsche Theater in Berlin, das sich außerdem freuen kann, die Inszenierung des Jahres gewagt zu haben,...
Auf der dänischen Insel Hven kann man eines der ältesten europäischen Observatorien besichtigen. Dort hatte der dänische Astronom Tycho Brahe (1546–1601) mit großzügiger finanzieller Unterstützung seines Königs über zwei Jahrzehnt astronomische Beobachtungen durchgeführt und mit seiner systematischen Himmelsforschung den Grundstein für das heliozentrische Weltbild...
Magst du für das Jahrbuch darüber schreiben, warum das Thalia Theater so toll ist?» Ein Super-Auftrag, den mir Franz Wille so en passant am Telefon mit auf den Weg gibt. Und ich bin auch noch so blöd, zuzusagen! Aber er wird Recht haben, mir wird ungeheuer vieles einfallen, schließlich bin ich wirklich gerne an diesem Theater. Was also könnte ich schreiben, ohne...
