«Kunst muss Probleme schaffen»
Franz Wille Das war ein sehr turbulenter Sommer für die Ruhrtriennale und für Sie. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hat nach der letzten Aufsichtsratssitzung im Oktober getitelt: «Carp bleibt». Stand Ihr Vertrag als Intendantin nach den Turbulenzen um das Gastspiel der Gruppe Young Fathers und deren BDS-Sympathien tatsächlich zur Disposition?
Stefanie Carp Einige Politiker haben meinen Rücktritt gefordert, und der Aufsichtsrat ist mit vielen Politikern besetzt. Ich bin froh, dass sie sich trotz aller Konflikte für mich entschieden haben.
FW Jetzt müssen wir aber über die Einladung, Ausladung und Wiedereinladung der Young Fathers reden, die zu der ganzen Auseinandersetzung geführt hat.
Carp Ich wollte für diese großen Räume, die die Ruhrtriennale bespielt, nicht nur Konzerte sehr komplexer Musik – ob nun Klassik oder Avantgarde –, sondern auch Pop, der aber mit dem Programm und den Inhalten des Festivals zu tun haben sollte. Da schienen uns die Young Fathers sehr geeignet, sie waren gerade auf der Titelseite von «Spex» und wurden als die britische Nachwuchsband gehypt, und man hat uns von vielen Seiten zu diesem Engagement gratuliert. Sie sind unter anderem an den Münchner ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Akteure, Seite 32
von Franz Wille
Am Anfang war das patriarchalische Paradies. Schreiber Licht sorgt für Helligkeit am Sicherungskasten, Ruprecht repariert den Kühlschrank, Frau Marthe rupft ein Huhn, und Richter Adam thront mit Allongeperücke und Talar in der Mitte. Die Vögel zwitschern, und die Hähne krähen. Und aus Adams Talar schlüpft Eve, spärlich bekleidet, hervor und schmiegt sich an ihn....
Neues von der Alterskriminalität: 2017 ließ Dirk Laucke ein betagtes Pärchen «Bambule im Herbst» veranstalten, Einbruch und Entführung inklusive. 2018 verhökern nun zwei alternde Damen in Svenja Viola Bungartens Stück «Tot sind wir nicht» rezeptpflichtige Medikamente auf dem Schwarzmarkt. Mit dem Geld wollen sie nach Japan durchbrennen. Pikantes Detail: Eigentlich...
Kein Wunder, dass die Landvermesserin aus Thomas Köcks Stück «dritte republik» sich fragt, warum sie nicht einfach in ihrem Bett liegengeblieben ist, statt diesen «hanebüchenen Auftrag» anzunehmen. Sie soll die Landesgrenzen neu vermessen. Aber das Schneegestöber, das ihr ohne Unterlass ins Gesicht bläst und das sie bald als «beschissensten aller Jahrhundertstürme»...
