Nürnberg: Gib mir ein Like!
Just an dem Tag im März, an dem Bundespräsident Steinmeier sagte, bei einigen «Menschen gerät, wenn sie anonym kommunizieren, die Sprache offenbar schnell außer Kontrolle» und es gebe nicht mehr die Haltung, dass auch der andere Recht haben könnte, stand in der Blue Box des Nürnberger Schauspielhauses Mark Zuckerberg auf der Bühne und flehte eine junge Frau an: «Niemand will leiden, aber nicht alles hängt von mir ab. Ich bin nur ein ganz normaler Junge, der ein Portal gegründet hat, um den Menschen näher zu sein (...
) Jeder träumt davon, dass sein Leiden einen Sinn hat. Dir gebe ich diese Chance. Hilf mir, das Internet zu verbessern, eine bessere Welt zu erschaffen.»
Natürlich war das nicht der echte Facebook-Erfinder, und hätte der in Wirklichkeit solch herzerweichende Sätze gesagt, man hätte es für einen plumpen Werbegag gehalten. Es war nur einer von vier Schauspielern (quicklebendig im fliegenden Persönlichkeitswechsel: Josephine Köhler, Bettina Langehein, Janco Lamprecht, Daniel Scholz), die in der Uraufführung von «Life is loading» auf die Suche nach ihrer verlorenen Identität gehen und sich – wie auch ihren Idealen und schließlich ihrer Würde – immer mehr abhanden kommen. ...
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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Bernd Noack
Franz Wille: Herr Vornam, Sie haben die Einstiegsgage für künstlerisch Beschäftigte von der Mindestgage, die der Tarifvertrag vorsieht – 1850 Euro im Monat – auf deutlich erfreulichere 2300 Euro angehoben. Normalerweise sind Intendanten bei Gagenverhandlungen eher knausrig, woher diese Großzügigkeit?
Axel Vornam Ich habe noch nie die absolute Mindestgage bezahlt,...
Ich möchte im Folgenden einige dringliche, bruchstückhafte und unfertige Gedanken über unsere globale Gegenwart mit Ihnen teilen; darüber, was unsere heutige Zeit im Kern ausmacht; was diesen eigentümlichen Moment, den unsere Welt derzeit durchlebt, beschreibt. Da es letztlich auch darum geht, unserer Zeit einen Namen zu geben, erlaube ich mir zu behaupten, dass...
Die Ursprungsfassung von „Homohalal“ entstand aus der Zusammenarbeit von Ibrahim Amir mit der Regisseurin und Dramatikerin Tina Leisch sowie der Schauspielerin Natalie Assmann im Rahmen des zweijährigen Theaterworkshops mit den Refugees und Aktivistinnen des Wiener Votivkirchenprotestes 2012 insbesondere mit Ali Asmat, Mohamed Mouaz und Said Café. Die Dresdner...
