Die Kamera lief mit
Wohnzimmertheater eigentlich, abgefilmt und geschnitten. Eine Bühnenvariante gibt es im Hamburger Thalia Theater ja tatsächlich. Aber das Schöne am «Swinger Club»-Film von Jan Georg Schütte ist, dass man als Zuschauende einerseits nicht nur mit am Tisch, sondern den Schauspielern geradezu auf dem Schoß sitzt, andererseits immer wieder eine rhythmisierte Draufsicht auf die Verhältnisse vermittelt bekommt. Mikro und Makro, Authentizität und Konstruktion – im glückhaften Verzahnen des Gegensätzlichen liegt das Gelingen dieses Films.
Ein Ehepaar in seinen Dreißigern lädt zu seinem fünften Hochzeitstag Freunde ein. Nicht erst auf den Abend oder in die Kneipe. Sondern ganz familiär zum häuslichen Mittagessen und – was in einer echten Familie nach Kräften vermieden würde – zur Diskussion des derzeitigen Liebeslebens. Da sitzt Stephan Schad als Albert ganz patriarchal im weißen Hemd mit gelockerter Krawatte am Tisch seines Einfamilienhauses im Hamburger Umland und lässt nicht locker, seine durch und durch urbanen Freunde aus dem kreativen Mittelstand zur Beantwortung der Frage zu zwingen, ob ein Mann seiner Frau, die ihn der Untreue verdächtigt, ehrliche Auskunft schuldet oder nicht. Sie ...
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In keiner Stadt ist der Sommer so anstrengend wie in New York, und in keiner ist er so schön. Auch der diesjährige bildete keine Ausnahme. Biblische Beton-Hitzewellen wurden regelmäßig von verschwenderisch lauen Abenden abgelöst, mit fest im Stadtbewusstsein verankerten Ritualen. Schulter an Schulter picknickte man beim Klassikerkino im Bryant Park, tanzte auf den...
Eine zierliche Fresse zeigst du mir da» – «Hier hilft dem Dummen die Dummheit allein» – «Gunther, deinem Weib ist übel»: Richard Wagner hat in seinen Texten eine Palette von Sprüchen versammelt, die sich prima im Alltag anbringen lassen, wovon Wagnerianer auch gerne Gebrauch machen. Ihre jährliche Zentralversammlung in Bayreuth gibt dazu vielfältigen Anlass. Wenn...
Was verbindet Calderóns polnischen König Sigismund, den holländischen Renaissancemaler Peter Paul Rubens und de Laclos’ frisch aufgeklärten Franzosen Marquis de Valmont? Als «Menschen des Barock» gelten und stehen sie derzeit im Mittelpunkt der am 15. Oktober endenden RuhrTriennale und bevölkern die Industriedenkmäler zwischen Duisburg und Essen. Doch allzu eng...
