Von Nerven und Nervösen
Eine Handvoll Orthopädie-Patienten schlurft auf die Bühne des Kleinen Hauses im Staatsschauspiel Dresden. Der zweckorientierten Sportkleidung nach zu urteilen, die die Truppe unter ihren Beinschienen, Kniemanschetten und Halskrausen trägt, ist sie auf dem Weg zur Krankengymnastik. Die erste Übung: kollektives Zittern im Kreis. Man schlägt sich wacker. Auch in der Aufbauphase, wenn sich das lässige Schlackern zu einer Art Erschütterungschoreografie mit Dringlichkeitscharakter steigert, hat der Coach keinen Grund zur Klage.
Wer eine schlüssige Erklärung für dieses körpertherapeutische Treiben sucht, findet sie im Programmheft: Das L-förmig um die Bühne gruppierte Publikum wohnt einer Reha-Maßnahme für Erdbebenopfer bei, «die noch einmal erinnern, wiederholen und ausagieren, was ihnen widerfahren ist». Der Gesundheitsminister hätte seine helle Freude: Eine knapp hundertminütige Therapie-Einheit lang müssen in Natascha von Steigers
Styropor-Bühnenlandschaft Requisiten zersprungen, Kontaktimprovisationen angebahnt, Sasha-Waltz-Elegien recycelt, Kopfstände in die Deko geklemmt und schließlich ein an Adam und Eva gemahnendes Darstellerpaar, das sich als Heinrich von Kleist und Henriette ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 34
von Christine Wahl
Fernsehen
Freitag, 1.
19.40, Theaterkanal: Rosmersholm – Schauspiel von Henrik Ibsen, mit Angela Winkler, Gert Voss, Peter Fitz, Otto Schenk, Klaus Pohl, Annemarie Düringer u.a., Regie Peter Zadek. Aufzeichnung aus dem Burgtheater Wien
(vgl. TH 1/01)
Samstag, 2.
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Theater Kiel – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von...
Die Herren stehen etwas verschüchtert im Halbkreis und blicken freundlich betreten nach allen Seiten. Kein Wunder, schließlich sind die meisten von ihnen zwar bühnenerfahren, aber keine Schauspieler: nämlich die netten Jungs der Hamburger Nette-Jungs-Band Kante. Jetzt dürfen sie in Friederike Hellers «Antigone» zwar ihre Instrumente mitbringen und wie im...
Eine «Wohlfühlkonferenz über allgemeine Zukunftsfragen» könnte es werden. Zuerst einmal geht es für die Dolmetschhamster in ihren schallisolierten Zellen allerdings darum, ob die Räuspertaste funktioniert und die Chinesen vielleicht doch noch kommen. Sie kommen dann natürlich nicht, die Chinesen, dafür erscheint einer der Minister und gibt dem Kollegen aus Spanien...
