Lebenskunst

Gründen. Teilen. Weitergehen. Nachruf auf Henning Rischbieter

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Mit dem Vater ging ich zum Flugtag auf der Vahrenwalder Heide, dem alten hannoverschen Flug­hafen. Vielleicht noch Ernst Udet, sicher aber die aus Hannover stammende Fliegerin Elly Beinhorn zeigten ihre Luft-Kunststücke. Mein Vater kaufte mir einen Luftballon samt einer dranzubindenden Karte, die er mit meiner Adresse versah. Denen, deren Karten am weitesten flogen und zurückgesandt wurden, verhießen sie einen Freiflug über Hannover. Ich war sicher, dass ich unter den Gewinnern sein würde, und ich war es. Im sechssitzigen Doppeldecker kurvte ich angstlos zwanzig Minuten über der Stadt.

Ich wusste jetzt: Was ich wirklich wollte, würde mir zukommen. Es würde mir zukommen, was mir gemäß war. Das blieb ein zuverlässiger Unterstrom meines Bewusstseins und ein Schutz vor allzu grauenhaften Träumen, längere Zeit, eigentlich lebenslang.» (Henning Rischbieter «Schreiben · Knappwurst · abends Gäste»



«Was nicht im Heft steht, weiß der Leser nicht.» Ich weiß nicht mehr genau, wann ich diesen Satz von Henning Rischbieter zum ersten Mal gehört habe. Sicher irgendwann Anfang der Achtziger, als ich bei «Theater heute» das Zeitschriften-Machen von ihm lernte. Und das Kritiken-Schreiben. Die Liebe ...

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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Zum Tod von Henning Rischbieter, Seite 4
von Michael Merschmeier

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