Bildung ist es!
Das Theater hat mich besser in allem gemacht», findet Abdul. «Das Gute ist, dass alle zusammenhalten, dass alle mitarbeiten», lobt Christin. «Man nimmt andere Rollen an, versetzt sich in die Lage anderer Menschen, das gefällt mir – sich selbst loslassen, jemand anderes werden», sagt Marina. Abdul, Christin und Marina, alle 16 oder 17, gehen ins berufsvorbereitende Jahr, kurz BVJ genannt, auf die Hildesheimer Walter-Gropius-Schule.
Sie sind notorische Sitzenbleiber, kommen oft aus sozial schwachen Elternhäusern oder Migrantenfamilien, wuchern nicht mit Selbstvertrauen, gelten als konzentrationsschwach und tendenziell gewaltbereit. Nur jeder Fünfte schafft den Hauptschulabschluss. Nachdem vor zwei Jahren Schüler einer anderen BVJ-Klasse einen Mitschüler über Wochen hinweg wiederholt vor laufender Videokamera gequält hatten, taten sich Stadttheater, Schule und Präventionsrat zusammen und richteten zwei Theaterklassen ein.
Und das Theater hat sie gepackt. Vier Jungs und acht Mädchen, denen niemand zugetraut hätte, sich mehr als einen Satz merken zu können, haben nach einem halben Jahr Unterricht und Proben Schillers «Räuber» in der Regie von Marc Prätsch auf die Bühne gebracht. ...
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Liebe ist eine bestimmte Art von Angewiesensein, mein sonderbarer Herr.» Mit diesem Anfang hatte die Autorin mich, einen männlichen Leser, für sich eingenommen. Eine diskretere Liebeserklärung war kaum vorstellbar, und ich folgte, wenn auch erst im dritten Anlauf, durch ihren Sprachstrom. Meine Hoffnung, nicht jeden Strudel, nicht jede steile Kurve zum Verlassen...
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Die Berliner Tageszeitung «Germania» veröffentlicht am 9. August 1930 einen Aufsatz der jungen Dramatikerin Marieluise Fleißer. Die durch Skandale um die Uraufführungen ihrer Stücke «Fegefeuer in Ingolstadt»( 1926) und «Pioniere in Ingolstadt» (1928) bekannt gewordene Dramatikerin porträtiert zwei Jahre nach der Einführung des Tonfilms auf ungemein anrührende Weise...
