Der große Bluff
Die Idee zu dem Stück sei ihm in Südamerika gekommen. Dort, an der Grenze zwischen Chile und Argentinien, plane man, einen ganzen Gletscher abzutragen und anderswo wieder aufzubauen, um an die darunter liegenden Bodenschätze zu kommen. Was wäre, schreibt Philipp Löhle, wenn «man etwas ganz Fernes einfach aufs Hier überträgt, auf uns, auf unsere Gegend, unsere Welt.
Vielleicht gelingt es dadurch, das Phänomen Globalisierung zusammenschnurren zu lassen, weil, ja, einerseits kann man immer sagen, damit habe ich nichts zu tun, das ist so weit weg, und andererseits hängt man, hängen wir alle auch irgendwie mit drin, aber eben nur entfernt, unscharf, verschwommen. Und wird das nicht konkreter, wenn wir den Schauplatz uns vor die Haustüre verlegen und mal fragen: Was wäre denn, wenn man im Schwarzwald Gold fände?»
Die Geschichte beginnt mit Friedrich, einem studierten Geologen und Dauerpraktikanten. Als Friedrich auch nach dem 12. Praktikum die Kündigung droht, verabschiedet er sich von seinem Arbeitgeber mit «sorry, das musste mal raus» und pinkelt seinem Chef auf den Schreibtisch. Friedrich, dieser Vertreter der Generation Praktikum, ist einer dieser typischen Löhle-Helden. Einer dieser ...
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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 187
von Ingoh Brux
... kann sich Karin Beier die Auswertung der Kritikerumfrage 2010 rahmen lassen: Im dritten, auch stadtpolitisch kämpferischen Jahr ihrer Intendanz heben 12 von 42 befragten Kritikern das Schauspiel Köln unangefochten auf den Sockel als Theater des Jahres. Und die Regisseurin Karin Beier gleich mit: Ihre hinter Glas verbannte Prekariatsstudie «Die Schmutzigen, die...
Eisenstein gibt es wirklich: Ein 1000-Einwohner-Dorf in Niederbayern, unmittelbar an der Grenze zu Tschechien. Die Homepage der Gemeinde wirbt mit sauberer Luft, landschaftlicher Schönheit und dem Spruch «Eisenstein liegt nicht irgendwo, sondern mittendrin». Womit in erster Linie der Bayerische Wald gemeint ist. Doch durch seine Grenzlage war Eisenstein auch ein...
Eigentlich war es ein Kamikaze-Unternehmen – und wurde das Theaterwunder des letzten Sommers: Ein vier Stunden langer Abend über die Liebe in bedrängten Umständen, die gegen alle Erwartung und Erfahrung nicht scheitert, weil beide Beteiligten, der (bald schon abgebaute) Herrenmodenverkäufer Johannes Pinneberg und die Näherin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, einfach...
