Noch kollektivere Kollektive!
Diesen Herbst herrschte in London eine relative New-Writing-Flaute. Außer einer Überraschung kaum ein well written well-written-play in Sicht. Um dem legendär schlechten englischen Wetter gen Jahresende zu entkommen, bot das Londoner Theater stattdessen relativ exotische Ausflugsziele an: die Berge von Theben, eine gute Stube im revolutionären Russland, einen liebevoll gepflegten Fußballplatz in Northbridge – und das Innere der Erde.
Die Gruppe Kneehigh aus Cornwall fing vor 20 Jahren in einer Scheune an, Theater zu machen.
Man glaubte an’s Kollektiv und tut es noch – denn man ist ganz gut damit gefahren. In zwei Dekaden hat Kneehigh es vom lokalen Geheimtipp zu einer der innovativsten Touring Companies der Insel gebracht, Zusammenarbeit mit dem National Theatre und den großen regionalen Theatern wie West Yorkshire Playhouse oder Bristol Old Vic inklusive. Die Zauberformel scheint zu sein, mit einfachsten Mitteln und multitalentierten Kollaborateuren so viel Bühnenanarchie wie möglich zu verbreiten und dabei im Idealfall auch noch eine Geschichte zu erzählen. Als Vorlage dienen meist Sagen, böse Märchen und antike Stoffe. Nach «Tristan und Isolde» zeigen sie jetzt recht frei nach ...
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Dieser Brick kann einem schon Leid tun. Gestern erst hat sich der Sportreporter den Knöchel gebrochen, heute muss er zum Geburtstag des Vaters antreten, zu dem die ganze Familie samt Pfarrer und Doktor geladen ist. Da stürzt, kurz vor Torte, Sekt und Ständchen, Gattin Maggie ins Gästezimmer. Weil sie sich auf einen Schokokeks gesetzt hat und das kleine Rosafarbene...
Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei...
Das ist kein Hörspiel», raunte die Stimme. «Das ist die Wahrheit!» In diesem Moment ahnte man es bereits: In der kurzen Pause, die entstand, während das Tonband weiterleierte, einem fahrigen, immer wieder vom Knacken der Stopp- und der Aufnahmetaste unterbrochenen Selbstgespräch entgegen, nahm ein Phantom Gestalt und Namen an, das der Wettbewerb sich hätte erfinden...
