Bodies und Buddys
Die Liebenden sind austauschbar. (…) Die Reduktion der Person zum Liebespartner scheint mir das charakteristischste Merkmal dieses grausamen Traums zu sein. Und vielleicht das modernste Merkmal. Der Partner trägt keinen Namen mehr, er besitzt nicht mal mehr ein Gesicht. Er ist nur am nächsten.
»
Seit Jan Kotts berühmt hellsichtiger «Sommernachtstraum»-Deutung aus dem Jahr 1970 hat es niemand treffender formuliert: In Shakespeares Verwechlungskomödie mit ihren neckischen Elfen, frechen Pucks und tölpelhaften Theaterhandwerkern steckt ein radikaler Materialismus, der die (ohnehin erst später dominante) romantische Idee von der Liebe als individuellem Erkennen und Bekennen ad absurdum führt. Zudem muss Kott Shakespeare unter dem Eindruck der sexuellen Revolution gelesen haben: die Utopie von der sexuellen Gerechtigkeit, die nicht zwischen sozialem Status und körperlicher Attraktivität unterscheidet, auf der einen – und die narzisstische Kränkung der Ersetzbarkeit auf der anderen Seite. Orgie versus Liebeskummer: Wer oder was gewinnt?
Perverse Elfen
Im Programmheft zum «Sommernachtstraum» am Hamburger Thalia Theater ist die klassische Kott-Passage natürlich abgedruckt. Doch auf der ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 9
von Eva Behrendt
Wenn alle Schlachten zwischen Mensch und Welt geschlagen sind, dann enden große Erzählungen gern jenseits von Raum und Zeit: im Hinterzimmer des Bewusstseins. So war das in Stanley Kubricks «2001: A Space Odyssey» oder in David Lynchs «Twin Peaks» oder letztens in Sebastian Hartmanns Tolstoi-Adaption «Krieg und Frieden» (s. TH 11/2012), als man mit flimmernden...
Sofia liegt nicht am Weg. Wer sich dessen wirklich bewusst werden will, steigt in Wien in den Zug. In etwas über 30 Stunden ist man am äußeren europäischen Rand. Zwischen Budapest und Bukarest hat man eine Nacht im ungarischen Speisewagen verbracht, wo zu magenzersetzendem Filterkaffee gegen alle EU-Gesetze geraucht wurde, dass die schmutzigen Scheiben beschlugen;...
Franz Wille Als ich Claudia Nola, die Leiterin der Presseabteilung am Gorki Theater, nach einem Gesprächstermin mit Ihnen gebeten habe, meinte sie, ja, kein Problem, aber nur mit Armin Petras.
Armin Petras Klar, Gespräch jederzeit gerne. Aber hier sitzt nicht Fritz Kater, sondern Armin Petras.
FW Stehen Sie mit Fritz Kater in engerem Kontakt?
Petras Ja, doch.
FW...
