Weiße Nächte
Die Polizei in Großbritannien arbeitet seit einigen Jahren im Bereich der Schwerkriminalität mit einer Datenbank mit Namen HOLMES. Offiziell das Kürzel für «Home Office Large Major Enquiry Systems», doch ebenso inoffiziell wie offensichtlich eine Hommage an den fiktionalen Meisterdetektiv Sherlock Holmes. «Ich liebe Krimis», sagt der englische Dramatiker Simon Stephens, «es ist ein Genre, das uns heute, während wir uns nervös einen Weg durch dieses Jahrhundert suchen, das vage, kollektive Gefühl spiegelt, dass etwas Schreckliches passiert oder noch passieren wird.
Und wir versuchen kollektiv zu verstehen, was genau passiert und wer eigentlich dafür verantwortlich ist. Ich wollte ein Stück schreiben, das davon ausgeht, dass der Teufel möglicherweise in uns allen steckt. Dass wir Jahre damit verbringen können, das Böse zu suchen, um dann festzustellen, dass wir es die ganze Zeit selber waren. Gut und Böse haben exakt das gleiche Gesicht. Das Hinterfragen und Untergraben moralischer Gewissheiten ist das Herz von ‹Three Kingdoms›.»
In Simon Stephens’ neuem Stück reist ein britischer Detective Sergeant mit seinem Kollegen auf den Spuren eines Verbrechens nach Deutschland und von dort aus ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 170
von Julia Lochte
Im Jahre 2010 wird in Hollywood die Erfolgsgeschichte des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg verfilmt. Der Held ist ein 20-jähriger Harvardstudent und Internetfreak, der eine virtuelle Plattform errichtet, auf der sich Menschen im Internet in einem selbsterstellten Profil darstellen und per Mausclick mit Hunderten von anderen Menschen Freundschaften schließen können....
I.
Dem Wunsch der Redaktion nach einem Wutanfall und ungezügelter Wut muss ich wie folgt begegnen: Selbst mir, dem durch sich abwechselnde und ergänzende Ungeduld und Verschlafenheit viel entgeht, konnte unmöglich entgehen, dass ich mich durch eigenes Zutun offensichtlich zum Wutlieferanten qualifiziert habe.
Dazu ist zunächst einmal anzumerken, dass es mir...
Ich soll nun schreiben «Ich habe eine Wut auf ...», bin aber das Gegenteil eines «angry old man» und denke so oft an mein momentanes Wohlergehen, dass ich dazu neige, solche «Wutgefühle» wegzupusten, auch um dadurch zu vergessen, zu verdrängen: Sie würden meiner übriggebliebenen Kreativität oder Lust auf Theater, Oper und Literatur im Wege stehen. Es halten mich...
