Der Apparat sendet weiter

Arnolt Bronnens «Kampf im Äther» – die Anfänge des Rundfunks als Hörspiel

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1923 in Berlin, auf dem Dach der Schallplattenfirma Vox in der Potsdamer Straße, wird der erste Sender für den Unterhaltungsrundfunk eingerichtet. Was das neue Medium beinhalten soll, ist noch ebenso offen wie die Frage, wer es beherrschen wird. Aber wohl nicht ganz zufällig geht es buchstäblich auf den Schultern des akustischen Massenmediums los, das den Rundfunk zunächst als Konkurrenz erlebt. Und auch der Zeitpunkt ist ein besonderer: Hyperinflation begünstigt die Radikalisierung rechter und linker Gruppierungen, während in den Varietés wie wild getanzt wird.



Der expressionistische Dramatiker Arnolt Bronnen, der kurz zuvor mit seinem «Vatermord» einen Skandalerfolg auf die Bühne gebracht hat, gehört praktisch zu den Programmmachern der ersten Jahre. Er entwickelt Hörspielbearbeitungen von Klassikern, wie einen neunzigminütigen «Wallenstein», den der Regisseur dann mit Schauspielern vom Gendarmenmarkt in ihren Bühnenkostümen vor den Mikros aufführen lässt, mit halben Kokosnüssen für den Pferdegalopp. Doch Bronnen nimmt auch wahr, wie der Rundfunk zur politischen Einflussnahme begehrt ist, als marktförmige Berieselung interessiert oder eben als «Kultur-Träger konfirmiert» werden ...

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Theater heute März 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 66
von Thomas Irmer

Vergriffen
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