«It’s a Sinn!»
Es ist wahrscheinlich eines der aufwändigsten Bilderbücher, die je erschienen sind, ein veritables Stück Buchkunst, das nach den vielen virtuellen Hamletvariationen der letzten Jahre nun auffällig ausdrücklich auf physische Präsenz und Sinnlichkeit setzt: Herbert Fritschs neueste hamlet_X-Darreichung, für die er sich diesmal mit Sabrina Zwach, Dramaturgin und Fachfrau für ästhetische Praktiken aller Art, zusammengetan hat.
Graue Pappdeckel mit dicken Yves-Klein-blauen Lettern halten in einem goldenen Buchrücken insgesamt 111 handgezeichnete Seiten zusammen: Darin taumeln mit grobem Bleistiftstrich gezeichnete Figuren mit Clark-Kent-Appeal (das ist das bürgerliche Alter Ego von Superman) durch Seiten und Sätze aus dem Hamletuniversum eines Sprachverliebten: «My Dad ist dead» zum Beispiel – oder seine ödipushafte Zuspitzung «Dad or a live». «It's a Sinn!» schreit einem woanders ein schraffierter Kopf entgegen, obwohl ein solcher weit und breit nicht zu erkennen ist.
Herbert – Hamlet
Wieder woanders windet sich unser Comic-Held schweigend am Telefon, während aus seinem Kopf die Sprechblasen wuchern. «Ja, Sie haben mich ganz richtig verstanden: ICH KÜNDIGE!» «Nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Schlimmer geht’s nimmer: Debbie Tucker Green verschränkt in «Stoning Mary» drei Elendsgeschichten aus – vermutlich – Afrika: Ein Ehepaar streitet um das einzige Rezept gegen Aids; ein anderes Ehepaar bejammert seinen verlorenen Sohn, der als Kindersoldat kämpfen muss; eine junge Frau – Mary – soll für einen Mord gesteinigt werden und spricht vorher mit ihrer...
Unweit vom Herzen Altonas, wo Ende März mit einem Schlag die Draußensitzer in den Cafés das Straßenbild erobern, liegt die Studiobühne des Thalia Theaters. Hier, in der Gaußstraße, werden die kleineren Produktionen gezeigt, Inszenierungen, die mit wenigen Mitteln auskommen müssen, weil der Platz für großen Aufwand fehlt. Das karge Ambiente mit dem rohen...
Bevor Miles Davis noch einmal zur Trompete greifen darf, endet Alfred Anderschs Hörspielmontage «Der Tod des James Dean» mit markigen Worten: «Verstummen muss das Gequatsche von der Schönheit» – ein verkappter Imperativ der Beatgeneration, die sich noch ein letztes Mal vor ihrem Idol verbeugt: «Alles was er gesagt hat, war rauh. Einfach rauh.» 1959, als man rauh...
