Die Überbringer der Botschaft
Wer hätte gedacht, dass der Puls der Zeit noch schneller schreibt als Elfriede Jelinek? Ihr Textkonvolut «Wut», angeregt von der Empörung über das Attentat auf «Charlie Hebdo», den Überfall auf den jüdischen Supermarkt in Paris und die folgenden Terroranschläge vom November 2015, stammt noch aus einer Zeit vor der englischen Brexit-Entscheidung, vor der Wahl von Donald Trump und vor Erdogans Umbau der Türkei in einen totalitären Staat.
Das System der liberalen Demokratien, auf das man im Westen dies- und jenseits des Atlantiks immer so stolz war, dass man es schon für das Ende der Geschichte gehalten hat, wird gerade von radikalislamischen, nationalistischen, isolationistischen und anderschauvinistischen Impulsen und Strömungen gründlich zerlegt. Aber auch E. J. fackelt nicht lange und strickt schon an ihrem nächsten Stück über Donald Trump.
Wobei bereits in «Wut» einiges überzeitlich Aktuelle zusammenkommt. Von Dschihadisten-Sprüchen und Gotteskrieger-Predigern bis zum Völkermord in Ruanda und dem Amoklauf des rasenden Herakles reicht das schäumende Panorama. Eingestreut sind auch weniger gewalttätige Wut-Fälle wie Pegida, AfD, Shitstorms, aufrechte nationalistische Europäer ...
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Theater heute Mai 2017
Rubrik: Mühlheimer Theatertage NRW «Stücke», Seite 26
von Franz Wille
Alle Toten fliegen hoch»: So hieß eine fulminante Soloreihe von Joachim Meyerhoff aus den Spielzeiten 2008/09, in der der 1967 geborene Schauspieler auf verschiedene Phasen seines noch nicht allzu fortgeschrittenen Lebens zurückblickte. In mehreren pointiert geschriebenen Episoden erzählte er auf der Bühne von seinem Austauschjahr in den USA, vom Aufwachsen in...
Barbara Burckhardt: Shirin Sojitrawalla, Christian Rakow, das erste Jahr in der Theatertreffen-Jury ist überstanden: Haben die Erfahrungen in diesem Jahr Ihren Erwartungen entsprochen, oder hat sich da einiges korrigiert?
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Wird ein Mensch als wilder Hund bezeichnet, ist das nicht wörtlich zu verstehen und meist eher respektvoll gemeint. Jene Menschen aber, die sich buchstäblich wie Hunde verhalten – Pfötchen geben, an den Baum pinkeln und so –, werden für verrückt erklärt. Nicht in Erwägung gezogen wird, dass es sich tatsächlich um Hunde in Menschengestalt handeln könnte. «Hundsch»...
