Eva Behrendt: Kriegsgewinnler mit Mission
Die Hölle sieht ganz beschaulich aus. Zumindest mit Coffeeshops und italienischen Restaurants, Bücherstuben und Szenefriseuren, Bioläden und Kinderboutiquen ist sie reich gesegnet. Der schwunghafte Einzelhandel in der Berliner Hufelandstraße wird frequentiert von Leuten vielleicht wie Du, in jedem Fall aber wie ich: zugezogen aus dem so genannten Westdeutschland, Akademiker, Grünen-Wähler, oft in Politik, Kultur und Medien beschäftigt und gerade frisch fortgepflanzt.
«Macchiatomütter» ist noch die freundlichere Bezeichnung, die die kritische Presse für unsere Spezies erfunden hat; über «Edeleltern und ihre Bestimmerkinder» hat die taz-Redakteurin Anja Maier sogar ein ganzes Buch geschrieben. Prominente Ostregisseure lästern gern über den Prenzlauer Berg: Frank Castorf, der hier ebenfalls ein Kleinkind unterhält, attestiert den «Bioladeneltern» regelmäßig eine «faschistoide» Gesinnung, Armin Petras ergreift offensiv die Flucht vor der Gentrifizierung und wechselt demnächst nach Stuttgart.
Auch der Theatermacher und Hufelandstraßenbewohner Jürgen Kuttner weiß wenig Gutes über sein Umfeld zu sagen. Ein «Horrorghetto» sei dieses Bötzowviertel: «Ich lebe hier in einer national ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2012
Rubrik: Akteure, Seite 34
von Eva Behrendt
Aalen, Theater der Stadt
11. Eliot, Mary & Max oder Schrumpfende Schafe, wenn es regnet? (U)
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
17. Dreßler nach Stöhr, Berlin Calling (U)
R. Pedro Martins Beja
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
12. nach Fallada, Kleiner Mann, was nun?
R. Tamara Korber
Baden-Baden, Theater
16. Ruhbaum, Max
R. Philipp Löhle
Basel, Theater
16....
Irgendwann während der Vorbereitung hat sich die neue Heidelberger Mannschaft wohl überlegt, wer in Heidelberg und Umgebung schon mal daheim war und wen man wieder heimholen könnte. Wenn es so war, kamen sie an einem nicht vorbei: Johann Kresnik, der ab Ende der 1970er Jahre von Heidelberg aus mehr als zehn Jahre sein choreografisches Theater propagierte und nun...
ULRICH KHUON
versteht sein Publikum und bietet für jeden solide Qualität. Mit seiner vertrauenswürdigen, bedenkensstarken Art könnte er das Präsidentenamt wieder in der Mitte der Gesellschaft verankern. Seine ruhige, ausgewogene Rhetorik ist prädestiniert für Weihnachtsansprachen
ANGELA WINKLER
spielt immer mit innigster Glaubwürdigkeit und hat sich auch in...
