Töten als Schau
Dortmund zeigt «DIE Show». Aber nicht nur das Zeigen («show») wird gezeigt, sondern auch das Sterben («DIE»). Das Leben ist der Einsatz einer Fernsehwette. Ein unbewaffneter Freiwilliger wird eine Woche lang von einem Killerkommando durch die Stadt gejagt. Wenn er überlebt und in der live übertragenen Show ankommt, erhält er eine Million Euro, überlebt er nicht, erhält das Killerkommando das Geld. Die Idee für dieses ultimative «Wetten dass»-Format stammt von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Robert Sheckley.
Aus seiner Kurzgeschichte von 1958 machte der Fernsehkrimiautor Wolfgang Menge 1970 den Fernsehfilm «Das Millionenspiel», der das damals in Deutschland noch nicht existente Privatfernsehen mit den Mitteln der Satire und der «scripted reality» kritisierte. Nun nutzt das Dortmunder Schauspiel diese prophetische Vorlage nicht nur dazu, im Medium des Theaters das Medium Fernsehen durch Imitation zu entlarven, sondern auch, sie mit allen nun wirklich durchexerzierten Schrecklichkeiten der Gameshows unserer Tage anzufüllen.
Im Schauspielhaus glitzern die Sternchen, rauscht der Schlagersound, quasselt der Entertainer, flackern die Videos. Alles so blöd wie echt. Alles perfekte ...
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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Gerhard Preußer
Nicht verjährt. Im November 2014 lief in den Kinos Giulio Ricciarellis «Im Labyrinth des Schweigens» an, der sich als deutscher Kandidat für die Vorauswahl der «Oscar»-Nominierungen qualifizieren konnte (s. TH 11.2014). Jetzt rückt ein zweiter Film nach, der ebenfalls den hessischen Generalstaatsanwalt der jungen Bundesrepublik, Fritz Bauer, zum Helden bestimmt....
Woran denke ich, wenn ich mich heute an Bert erinnere? Ich sehe natürlich den Friedhof vor mir, in diesem kleinen Ort, wo er jetzt, neben seinem Sohn, begraben ist – was für ein tief trauriges Bild. Aber ich sehe ihn auch in München im Englischen Garten stehen mit seiner Familie, ich sehe uns beide auf der Pariser Opernbühne in einem unglaublichen Buh-Orkan, ich...
Personen
Mani (Mann, etwa 35 Jahre alt)
Casparus Van Houten (alter Mann)
Andrej (Mann, etwa 25 Jahre alt)
Peter (Mann in den 30ern)
Angestellte beim Getränkemarkt (Frau in den 50ern)
Silvana (Frau in den 60ern, Andrejs Mutter)
Ivan (13-jähriger Junge, Andrejs kleiner Bruder)
Jobcenterfrau (Ältere Frau)
Jobcentermann (Älterer Mann)
Bewerbung (1 Blatt Papier)
Die...
