Heimatfolklore
Das neoliberale Unternehmen Hamburg hat ein Imageproblem. Gerade glaubte sich Hamburg noch weitgehend ungestört bei der Realisierung von Elbphilharmonie-Großvisionen und überhaupt ganz vorn in Sachen Stadtentwicklungstraum, da kommt seitens der zwangsmitentwickelten Stadtbevölkerung tatsächlich Protest «in die Gänge» und behauptet sein «Recht auf Stadt».
Seit Sommer widersetzt man sich in Hamburg investorenbedingten Aufräumarbeiten in der Künstlerkolonie «Gängeviertel», schließen sich politische wie unpolitische Kräfte zusammen und veröffentlichen ausgerechnet künstlerische Exportschlager wie Rocko Schamoni, Melissa Logan oder Peter Lohmeyer ein «Not in our name, Marke Hamburg!»-Manifest, indem sie der Stadt als globalisiertem Creative-Industrie-Komplex ihre lokale Kreativ-Kooperation aufkündigen.
Rettendes Großbürgererbe
Die soziale wie künstlerische Aufregung steht also unter dem Stern von Gentrifizierungs- und Globalisierungskritik, und dazu passend und gut platziert zum Familienevent Weihnachten kehrt die Hamburg-Hommage «Soul Kitchen» von Fatih Akin ein ins deutsche Kino. Mit der Ansage «dirty Heimatfilm» nimmt Akin darin «den Kampf für die Heimat als Ort, den es in einer ...
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Wer immer schon genauer wissen wollte, wo das gottverlassenste Ende der Welt wartet, die schlimmste Strafe der Verbannung, der hat jetzt eine konkrete Adresse: die kahle Betonwand von Saal C der Berliner Schaubühne, knapp über Kellerniveau. Dort unten im nackten Halbrund des Bühnenbauchs ist Prometheus mit schweren Ketten angeschmiedet, dort stöhnt und dröhnt Ernst...
I.
Regisseur zum Schauspieler Fang bitte mal an.
Schauspieler spricht einen halben Satz
Regisseur unterbricht ihn Ne, ne, ne. Du musst da ein Komma denken, immer auf Komma denken, Komma denken, du sprichst da nen Punkt, da steht aber kein Punkt, da steht ein Komma, das ist falsch, da auf Punkt zu spielen, da steht n Komma!
Schauspieler spricht weiter
Regisseur...
Ein Grund für den ungebrochenen Publikumserfolg Christian Stückls als Regie führender Intendant des Münchner Volkstheaters ist seine Fähigkeit, vielinterpretierte Klassiker, Shakespeare vor allem, so zu inszenieren, als sähe er sie zum ersten Mal. Stückl schafft es ohne mit der Wimper zu zucken, aus «Hamlet» einen von keines Gedankens Blässe angekränkelten,...
