Konzept
Der Erstkontakt mit dem Institut für Methode erfolgt aus sicherer Distanz: «Haben Sie intaktes Gedankengut?», möchte man auf der Homepage von der Besucherin wissen, bevor ihr der geheime Standort des Instituts samt individualisiertem Zugangscode zum Gebäude verraten wird.
«Könnten Sie genau jetzt ohne Sorge eine Gewissensprüfung ablegen?» «Haben Sie häufig systeminkompatible Impulse?» «Finden Sie sich körperlich kompliziert?»
Natürlich ist die (allzu) suggestive Neugier des Instituts für Methode nicht wirklich dazu angelegt, Momente authentischer Selbstbefragung zu initiieren. Vielmehr soll sie die interaktive Raum-Installation «Rhizomat» von Mona el Gammal bereits vorab mit der Fiktion einer totalitären Überwachungsinstanz aufladen, die dem Einzelnen qua forcierter (Selbst-)Optimierungspraxis «Gesundheit, Gleichheit, Glück und Gänze» verspricht. Indem es den digitalen mit einem analogen Kunstraum kurzschließt, der seine Besucher*innen bis zur völligen Distanzlosigkeit vereinnahmt, ist «Rhizomat» außerdem in geradezu programmatischer Weise geeignet, die neue Veranstaltungs- und Diskursreihe der Berliner Festspiele «Immersion. Analoge Künste im digitalen Zeitalter» zu eröffnen.
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Theater heute März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert
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