Das Schöne, bundesweit und werbefrei
Mit der Kultur ist das so eine Sache. Sie ist ein Suffix, das man an jeden beliebigen Begriff anhängen kann: Wohn-, Ess-, Freizeit- oder gar Freikörper-… – alles kulturelle Phänomene. In den Medien kommt der Begriff aber auch gerne als Präfix vor, vorzugsweise als Kulturauftrag. Das DeutschlandRadio (nur echt mit der Arno-Schmidtschen BinnenMajuskel) schlägt jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe. Es erfüllt den Auftrag seines Präfixes, indem es sich ein neues Suffix gibt. Ab dem 7.
März wird aus dem DeutschlandRadio Berlin, das, wie es das föderale Umfeld suggerieren könnte, eben kein Lokalsender ist, das DeutschlandRadio Kultur – nach wie vor unter dem Slogan «bundesweit und werbefrei». Das künftige Kürzel «D-Kultur» (und nicht etwa DRK) hätte man schon vor gut zehn Jahren haben können, als das Programm aus der Fusion des Rundfunks im amerikanischen Sektor (RIAS) und dem Deutschlandsender Kultur (DS-Kultur) der ehemaligen DDR hervorgegangen ist.
Zahlen, bitte!
Seinen Relaunch erlebt das Programm in finanziell prekären Zeiten, denn, so DeutschlandRadio-Intendant Ernst Elitz: «Gebührenerhöhungen sind für uns ein Fremdwort.» Dass die Ministerpräsidenten erstmals die von der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In unserer Serie über den Missbrauch von Theaterschauspielern im Fernsehen heute: Robert «Faust» Hunger-Bühler als Casanova in «Giacomo Casanova. Das Geheimnis seines Erfolgs». Er legt ihn als zwanghaft verträumten, irr-schlafwandlerischen Triebtäter an, der alles in seinen lustgeilen Kopf hinein saugt, woraus es ihm wieder aus den Augen trieft. Der Kopf ist seine...
Der 23-jährige Carlo Giuliani wurde in Zeitungen als erstes Opfer der Anti-Globalisierungskämpfe bezeichnet – in «Notwehr» von einem Polizisten mit zwei Kugeln in den Kopf erschossen während des G8-Gipfels in Genua Sommer 2001. Zunächst hieß es offiziell, er sei durch einen Steinwurf aus den eigenen Reihen zu Tode gekommen.
Giuliani trug eine Badehose unter den...
Einer Frau, die so ein Blümchenkleid schon während der Ouvertüre tragen muss, bleibt nichts anderes als der Selbstmord. Kein Drama muss das noch näher erklären. Keine Janácek-Musik, keine verbotene Liebe und keine gesellschaftliche Repression, ja nicht einmal eine böse Schwiegermutter. Man kann sich nun streiten, ob die Kostümbildnerin ein gutes Händchen hatte,...
